05.
Mai 2022

Mercedes musste fast alle Fahrzeugklassen wegen illegaler Manipulationen zurückrufen

Trotz Lieferketten-Problemen und Materialmangel hat Mercedes-Benz aktuell rekordverdächtige Quartalszahlen vorgestellt. Der Stuttgarter Autobauer hat es durch Preiserhöhungen und einen Fokus auf SUV-Modelle geschafft, die eigenen Gewinne zu optimieren. Allerdings ist auch bei Mercedes nicht alles Gold, was glänzt. So ist mittlerweile bekannt, dass quasi jede Fahrzeugklasse von Mercedes illegal manipuliert wurde.

Diese Mercedes-Benz-Fahrzeuge sind vom Abgasskandal betroffen

Die illegal manipulierten Mercedes-Autos wurden zwischen 2008 und 2018 gebaut und mit Diesel-Motoren der Typen OM607, OM622, OM626, OM640, OM642 und OM651 ausgestattet. Dies betrifft die A-, B-, C-, E,- G-, R-, S- und V-Klasse sowie die Modellreihen CLA, CLS, GLC, GLE, GLK, GLE, ML, Sprinter Vito und Viano.

Mercedes hat die betroffenen Motoren mit Abschalteinrichtungen ausgestattet, die unter anderem die Wirksamkeit des Stickoxid-Nachbehandlungssystems (SCR-Katalysator) sowie die Wirksamkeit der Abgas-Rückführung (AGR) der betroffenen PKW beeinflussen. Auch temperaturgesteuerte Abschalteinrichtungen kamen bei Daimler zum Einsatz.

Konkret erkennen die manipulierten Autos, wenn sie Teil eines amtlichen Abgastests sind. In diesen Momenten schalten die Fahrzeuge in einen umweltfreundlichen Modus und geben vor, sauber zu sein. Nur deshalb wurden die betroffenen Autos auch für den Straßenverkehr zugelassen. Im normalen Betrieb stoßen die Mercedes-Benz-Autos jedoch unerlaubt viele Schadstoffe aus. Das ist selbstverständlich illegal und hat zu dem Rückruf von deutschlandweit mehr als einer halben Million Mercedes-Autos geführt.

EuGH befasst sich mit Schadensersatzansprüchen von Mercedes-Haltern

Aktuell befasst sich die Generalstaatsanwaltschaft des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) mit den illegalen Mercedes-Manipulationen bzw. bestehenden Schadensersatzansprüchen von betroffenen Fahrzeughaltern. Noch im Juni will der zuständige Generalstaatsanwalt in einem Schlussantrag verkünden, ob die Halter von illegal manipulierten Mercedes-Autos seiner Meinung nach Anspruch auf Entschädigungszahlungen haben.

Quasi sämtliche Rechtsexperten gehen diesbezüglich von einer verbraucherfreundlichen Entscheidung aus, denn die betroffenen Halter haben wegen des Skandals unter anderem finanzielle Nachteile erlitten. Europaweit könnten mehrere Millionen PKW-Besitzer von dieser Entscheidung profitieren.

Diese rechtlichen Möglichkeiten haben Mercedes-Halter

Die illegalen Manipulationen haben nicht zuletzt zu enormen Wertverluste der betroffenen Fahrzeuge geführt. Zudem sind Folgeschäden aufgrund durchgeführter Software-Updates, die eigentlich die Abgasreinigung der Fahrzeuge normalisieren sollen, nicht ausgeschlossen. Generell hätten die Halter der betroffenen Fahrzeuge wohl deutlich weniger gezahlt, wenn der Abgasskandal zum Kaufzeitpunkt bereits bekannt gewesen wäre. Deshalb können die betroffenen Fahrzeughalter Schadensersatzansprüche in der Sache geltend machen.

Vom Abgasskandal betroffene Verbraucher haben grundsätzlich die Möglichkeit, ihre manipulierten Autos an den verantwortlichen Hersteller zurückzugeben. Im Gegenzug winkt eine finanzielle Entschädigung, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Alternativ ist es auch möglich, das jeweilige Fahrzeug zu behalten und eine Entschädigung in Höhe eines Teilbetrages des Kaufpreises durchzusetzen. Dadurch soll der Wertverlust, der durch den Abgasskandal entstanden ist, kompensiert werden.

Abgasskandal-Klagen sind in vielen Fällen ohne finanzielles Risiko möglich. Wer nicht rechtsschutzversichert ist, kann in der Regel auf die Dienste eines Prozesskostenfinanzierers zugreifen. Dieser übernimmt die vollen Verfahrenskosten und bezieht lediglich im Erfolgsfall einer Klage eine vorab definierte Provision. Die Kanzlei Goldenstein berät Mercedes-Besitzer kostenfrei bezüglich ihrer rechtlichen Möglichkeiten in der Sache.

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