28.
Dez 2020

Wohnmobil-Abgasskandal betrifft auch Hymer-Fahrzeuge

In Deutschland sind zahlreiche Wohnmobile vom Abgasskandal betroffen. Diese Reisemobile stoßen im Realbetrieb deutlich mehr Schadstoffe aus, als es eigentlich erlaubt ist. Mittlerweile ist klar, dass manipulierte Motoren von Fiat und Iveco von nahezu sämtlichen namhaften Wohnmobil-Herstellern verbaut wurden. Dazu zählt unter anderem auch die Marktgröße Hymer.  

Diese Hymer-Modelle wurden manipuliert 

Das Unternehmen aus Baden-Württemberg hat die Schummelmotoren höchstwahrscheinlich in den Modellen Hymer 544, Hymer 544PL, Hymer B504, Hymer B514, Hymer B544, Hymer Grand Canyon und Hymer Yellowstone verbaut. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass auch andere Wohnmobile des Herstellers illegale Abschalteinrichtungen enthalten, die sich auf die Abgasreinigung auswirken. In diesem Jahr wurde nämlich öffentlich, dass unter anderem der Fiat Ducato jahrelang manipuliert wurde. Das Modell dient als Basis für ungefähr zwei Drittel aller Reisemobile. 

Die betroffenen Wohnmobil-Halter müssen nun mit Rückrufaktionen und hohen Wertverlusten rechnen. Die Erfahrung aus dem PKW-Dieselskandal zeigt, dass illegal manipulierte Autos rund 20 bis 25 Prozent mehr an Wert verlieren als vergleichbare, nicht-manipulierte Fahrzeuge. Die betrogenen Halter haben deshalb jedoch Anspruch auf Schadensersatz. 

 

Schadensersatzansprüche richten sich gegen Motorenhersteller 

Diese Schadensersatzansprüche richten sich nicht gegen Hymer oder einen anderen Wohnmobilbauer, sondern gegen die Motorenhersteller Fiat und Iveco. Es ist nämlich äußerst unwahrscheinlich, dass ein Hersteller wie Hymer von den Manipulationen im Fiat-Konzern wussten. Stattdessen ist anzunehmen, dass Hymer und rund 50 weitere Hersteller ebenfalls von Fiat und Iveco getäuscht wurden. 

Im Rahmen des Wohnmobil-Dieselskandals ist es möglich, das manipulierte Fahrzeug zurückzugeben und eine Entschädigung in Höhe des ursprünglichen Kaufpreises zu erhalten. Alternativ besteht auch die Option, das Fahrzeug zu behalten und den Wertverlust in Form einer finanziellen Entschädigung geltend zu machen. Auf diese Weise lassen sich 20-25 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises durchsetzen.   

Wir von der Kanzlei Goldenstein raten Wohnmobilhaltern unbedingt dazu, sich zu bezüglich ihrer juristischen Möglichkeiten informieren und stehen für eine kostenfreie Rechtsberatung zur Verfügung. Die Durchsetzung von Schadensersatz ist auch gegen ausländische Hersteller wie Fiat in Deutschland möglich und für Verbraucher finanziell komplett risikofrei: Entweder übernimmt eine vorhandene Rechtsschutzversicherung die Verfahrenskosten oder ein Prozesskostenfinanzierer springt ein. Gern beraten wir Verbraucher bezüglich Ihrer Möglichkeiten der Rechtsdurchsetzung”, erklärt Claus Goldenstein, Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Goldenstein.    

 

Fiat entschädigte US-Kunden bereits – EU-Gericht entscheidet verbraucherfreundlich 

Im Januar 2019 einigte sich der Konzern Fiat Chrysler darauf, den Dieselskandal-Streit mit der US-Justiz gegen eine Zahlung in Höhe von 700 Millionen Dollar beizulegen. Zudem wurde Fiat Chrysler auch zur Realisierung von Umweltprojekten sowie einer Nachrüstung von mehr als 100.000 Fahrzeugen verpflichtet. In Europa zeigt sich der Konzern diesbezüglich bislang jedoch nicht sehr kooperativ. 

Zuletzt entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) jedoch, dass sämtliche Abschalteinrichtungen illegal sind, wenn diese zu unterschiedlichen Abgasausstoß zwischen Prüfstand und Normalbetrieb führen. Dieses Urteil setzt nahezu sämtliche Autobauer – so auch Fiat und Iveco – unter Druck.  

Tatsächlich hat nämlich nahezu jeder Fahrzeughersteller in Europa illegale Abschalteinrichtungen verbaut. Verbraucherschutz-Experten gehen deshalb davon aus, dass der Abgasskandal nun die gesamte Automobilindustrie einholt und betroffene Verbraucher beste Chancen auf eine erfolgreiche Durchsetzung ihrer Schadensersatzansprüche haben. 

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