Fiat-Dieselskandal: Das müssen deutsche Verbraucher nach der US-Strafzahlung wissen

Berlin-Schönefeld, 04. Juni 2022. Der Autobauer Fiat Chrysler, der mittlerweile zum Stellantis-Konzern gehört, hat sich aktuell in den USA wegen des Dieselskandals für schuldig bekannt und der Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 300 Millionen US-Dollar zugestimmt. Auch in Deutschland hat der Konzern Fahrzeuge illegal manipuliert. Hierzulande sind vor allem Wohnmobile, die auf Basis des Fiat Ducato gebaut wurden, vom Fiat-Abgasskandal betroffen. Der Rechtsanwalt Claus Goldenstein erklärt nachfolgend, was deutsche Verbraucher nun wissen müssen. Goldensteins Kanzlei vertritt mehr als 42.500 Mandanten im Abgasskandal.

 

Verbraucheranwalt: Über eine Million manipulierte Fiat-Autos in Europa

“Im Fiat-Abgasskandal läuft es ähnlich wie im VW- oder Mercedes-Benz-Abgasskandal: Der italienische Autobauer zahlt fällige Strafen zuerst in den USA und bekennt sich dort für schuldig, während sich Fiat hierzulande als Unschuldslamm präsentiert, um Straf- und Entschädigungszahlungen möglichst lange hinauszuzögern.

Auch in Europa muss sich Fiat jedoch früher oder später dafür verantworten, dass zahlreiche Kunden wegen der illegalen Manipulationen des Autobauers mangelhafte Fahrzeuge erworben haben, die den zulässigen Umweltregularien nicht entsprochen haben. Hierzulande muss der Autobauer mittelfristig vermutlich sogar noch deutlich höhere Summen als in den USA aufbringen, weil in Europa besonders viele manipulierte Fiat-Autos zugelassen wurden.

Bereits 2019 stimmte Fiat einer Zahlung in Höhe von mehr als 500 Millionen US-Dollar im Rahmen eines zivilrechtlichen Vergleichs in den USA zu. Nun wird der italienische Autobauer eine weitere Strafzahlung in Höhe von 300 Millionen US-Dollar aufbringen. Außerhalb der Vereinigten Staaten tut der italienische Konzern jedoch so, als gäbe es den Abgasskandal gar nicht. Dabei wurden in Europa vermutlich mehr als eine Million Fahrzeuge von Fiat illegal manipuliert.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt im Jahr 2020 mehrere Geschäftsgebäude von Fiat durchsuchte, schätzten die zuständigen Ermittler die Anzahl an zugelassenen Abgasskandal-Autos von Fiat allein in Deutschland auf mindestens 200.000 Fahrzeuge. Vor allem Wohnmobile sollen hierzulande vom Fiat-Abgasskandal betroffen sein. Das ist insofern brisant, da der Fiat Ducato das mit Abstand am häufigsten verwendete Fahrgestell in diesem Segment darstellt. Fast alle namhaften Wohnmobil-Hersteller wie Dethleffs, Hymer oder Westfalia setzen auf Diesel-Varianten des Ducato.”

 

“Auch ein großer Konzern darf in Europa nicht über dem Gesetz stehen”

“In den USA hat Fiat bereits mehr als 100.000 Autos wegen des Abgasskandals zurückgerufen. Doch in Europa trifft das nur auf eine kleine Anzahl an Fiat-Autos zu. Das liegt vor allem an der Untätigkeit der italienischen Behörden, die für die Zulassung und den Rückruf von Fiat-Fahrzeugen zuständig sind”, führt Goldenstein fort und ergänzt:

“Obwohl das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt ihren italienischen Kollegen bereits vor Jahren mitgeteilt haben soll, dass Fiat-Fahrzeuge mit hoher Wahrscheinlichkeit illegal manipuliert wurden, haben die italienischen Behörden ihre Füße bislang weitgehend stillgehalten. Die italienische Regierung scheint Fiat als einen der größten Arbeitgeber des Landes schützen zu wollen. Doch auch ein großer Konzern darf in Europa nicht über dem Gesetz stehen. Folgerichtig hat die EU-Kommission wegen der Untätigkeit Italiens bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen das südeuropäische Land eingeleitet.

Ewig wird sich Fiat also auch in Europa nicht vor seiner Verantwortung drücken können. Fakt ist, dass viele Fahrzeuge von Fiat im Realbetrieb deutlich umweltschädlicher sind, als es offiziell kommuniziert und beworben wurde. Wer ein Fahrzeug mit einem Fiat-Diesel-Motor der Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6 besitzt, sollte die aktuelle Lage daher aufmerksam beobachten und sich rechtzeitig bezüglich der eigenen juristischen Möglichkeiten in der Sache informieren. Wir von Goldenstein Rechtsanwälte beraten sämtliche Verbraucher gern kostenfrei über mögliche Rechtsansprüche im Zusammenhang mit dem Abgasskandal.”

 

Diese Rechte haben betroffene Verbraucher wegen des Abgasskandals

Der Abgasskandal hat nicht zuletzt zu hohen Wertverlusten und unvorhersehbaren Folgeschäden von illegal manipulierten Fahrzeugen geführt. Unter anderem deshalb können betroffene Verbraucher Schadensersatzansprüche in der Sache geltend machen.

Die Halter von illegal manipulierten Fahrzeugen haben grundsätzlich die Möglichkeit, ihr Auto an den verantwortlichen Hersteller zurückzugeben. Im Gegenzug winkt eine finanzielle Entschädigung, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Alternativ ist es auch möglich, das manipulierte Fahrzeug zu behalten und eine Entschädigung in Höhe eines Teils des Kaufpreises durchzusetzen. Dadurch soll der Wertverlust, der durch den Abgasskandal entstanden ist, kompensiert werden.

Abgasskandal-Klagen sind in vielen Fällen ohne finanzielles Risiko möglich. Wer nicht rechtsschutzversichert ist, kann in der Regel auf die Dienste eines Prozesskostenfinanzierers zugreifen. Dieser übernimmt die vollen Verfahrenskosten und bezieht lediglich im Erfolgsfall einer Klage eine vorab definierte Provision.

Über Goldenstein Rechtsanwälte

Goldenstein Rechtsanwälte unterstützt Verbraucher bei der Durchsetzung von zivilrechtlichen Ansprüchen. Diesbezüglich nimmt die Kanzlei unter anderem eine deutschlandweit führende Rolle im Zusammenhang mit dem Abgasskandal ein. Die Anwälte der Kanzlei vertreten aktuell über 42.500 Mandanten in der Sache und sind zudem für das erste verbraucherfreundliche Dieselskandal-Urteil am Bundesgerichtshof (BGH) verantwortlich. Auf www.ra-goldenstein.de können sich Verbraucher über zivilrechtliche Themen informieren und bestehende Rechtsansprüche prüfen. Die Kanzlei Goldenstein hat ihren Hauptsitz in Berlin-Schönefeld und beschäftigt derzeit über 100 Mitarbeiter an mehreren Standorten in Europa. Die Kanzlei wird von dem Rechtsanwalt Claus Goldenstein geleitet.

[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]