05.
Jul 2021

Mercedes-Benz-Nutzfahrzeuge wurden illegal manipuliert

Der Mercedes-Abgasskandal betrifft nicht nur herkömmliche PKW, sondern auch Hunderttausende Nutzfahrzeuge. Tatsächlich war der Kleintransporter Vito sogar das erste Mercedes-Modell, in dem eine illegale Abschalteinrichtung entdeckt wurde. Mittlerweile musste der Stuttgarter Autokonzern Daimler allein in Deutschland über eine halbe Million Mercedes-Fahrzeuge wegen des Skandals zurückrufen.

Diese Nutzfahrzeuge sind vom Mercedes-Abgasskandal betroffen

Neben dem Vito sind auch Mercedes-Modelle wie der Sprinter, die V-Klasse und der Viano vom Abgasskandal betroffen. Selbst der Marco Polo – ein Wohnmobil auf Basis der V-Klasse – musste wegen Abgasmanipulationen zurückgerufen werden. Die illegal manipulierten Autos wurden zwischen 2010 und 2018 gebaut.

Wer ein manipuliertes Nutzfahrzeug von Mercedes besitzt, wurde in der Regel in Form eines Rückrufbescheids über die Betroffenheit am Abgasskandal informiert. In diesem Fall mussten die PKW-Halter ihre Fahrzeuge in die Werkstatt bringen. Dort sollte ein Software-Update installiert werden, um die Abgasreinigung zu normalisieren.

Wertverfall und Probleme mit dem Motor: Die Folgen der Abgasmanipulation

Mit diesem Software-Update sind die Probleme für betroffene Halter jedoch nicht aus der Welt geschafft. Die manipulierten Fahrzeuge haben durch den Skandal enorm an Wert verloren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die allgemeine Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen aufgrund des Skandals enorm zurückgegangen ist.

Darüber hinaus sind die mittelfristigen Folgen des Software-Updates oft nicht klar abzuschätzen. Schließlich müssen die betroffenen Fahrzeuge nach der Update-Installation deutlich mehr Abgase filtern, als es eigentlich vorgesehen war. Das kann zu schwerwiegenden Problemen mit dem Motor führen.

Sind die Fahrzeuge nach dem Update wirklich zulassungsfähig?

Selbst die korrekte Wirkungsweise des Updates wird von unabhängigen Tests angezweifelt. Laut eines ZDF-Berichts stoßen die Dieselskandal-Fahrzeuge von Daimler nach der Durchführung des Software-Updates nämlich sogar mehr Schadstoffe aus als vorher.

In dem Testfall hat das ZDF gemeinsam mit dem britischen Unternehmen Emissions Analytics ein Mercedes-Fahrzeug vor der Durchführung des Software-Updates und danach geprüft. Obwohl das Automobil die zulässigen Stickoxid-Werte in Höhe von 180 mg/km bereits vor dem Update um das Vierfache übertraf, stieg der Ausstoß nach dem Update noch höher an. Wieso das Auto dennoch für europäische Straßen zugelassen werden soll, konnten sich die Tester nicht erklären.

Das sind die Rechtsansprüche im Abgasskandal

Wer einen manipulierten Mercedes besitzt, kann jedoch Schadensersatzansprüche in der Sache geltend machen. Einerseits besteht die Möglichkeit einer Rückabwicklung des betroffenen Autos. Das bedeutet, dass Daimler juristisch zu der Rücknahme des manipulierten PKW verpflichtet wird und eine Entschädigung an den PKW-Halter zahlen muss, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert.

Wer sein Fahrzeug trotz des Skandals behalten möchte, hat zudem die Option, sich für den entstandenen Wertverlust entschädigen zu lassen. Auch in diesem Fall ist es möglich, juristisch gegen Daimler vorzugehen. Dabei lassen sich Schadensersatzansprüche in Höhe von etwa 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises geltend machen.

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