01.
Jul 2021

Verbrenner-Ausstieg: Diesel-Fahrzeugen drohen hohe Wertverluste

Während 2015 noch mehr als 1,5 Millionen Diesel-PKW in Deutschland zugelassen wurden, waren es 2020 nur noch rund 800.000 neuzugelassene Autos mit Selbstzünder. Aber auch die Nachfrage nach gebrauchten Diesel-Fahrzeugen ist seit dem Bekanntwerden des Abgasskandals massiv eingebrochen. Nun planen Deutschlands größte Autobauer bereits den Verbrenner-Ausstieg. Werden Diesel-Fahrzeuge zukünftig noch stärker an Wert verlieren?

Zusammenhang zwischen Kraftstoff-Preisen und Fahrzeug-Nachfrage

Auto-Experten wie der Direktor des Center Automotive Research in Duisburg, Ferdinand Dudenhöffer, vermuten einen Zusammenhang zwischen den Kraftstoff-Preisen und dem Wert von Dieseln und Benzinern. Solange sich die Autos günstig betanken lassen, erfreuen sie sich demnach auch einer größeren Nachfrage.

Tatsächlich sind die Benzin- und Diesel-Preise zuletzt jedoch explodiert und für die kommenden Jahre prognostiziert das Bundeswirtschaftsministerium in Deutschland einen noch stärkeren Preisanstieg. Gleichzeitig sollen die Strompreise hierzulande etwa gleichbleiben, was Elektroautos im Vergleich attraktiver machen würde. Die Kraftstoff-Preise begünstigen einen Wertverfall von Diesel-Fahrzeugen also vermutlich.

Diesel-Fahr- und Neuzulassungsverbote geplant

Gerade im urbanen Raum könnten Diesel-Fahrzeugen zudem unbeliebter werden, da Städte wie Berlin bereits für die kommenden Jahre Fahrverbote für Diesel und Benziner in den zentralen Stadtbezirken in Erwägung ziehen. Bundesweit könnte es mittelfristig sogar zu einem Zulassungsverbot für nicht-emissionsfreie Fahrzeuge – also Diesel und Benziner – kommen. Staaten wie Norwegen und die Niederlande haben entsprechende Gesetze bereits für 2025 bzw. 2030 auf den Weg gebracht.

Auch Automobilhersteller wie Audi, VW und Daimler haben bereits angekündigt, die Entwicklung und Herstellung von Fahrzeugen mit Ottomotoren und Selbstzündern in den kommenden Jahren einzustellen. Der Luxusautohersteller Porsche hat sich diesbezüglich eine besonders drastische Maßnahme ergriffen: Porsche hat bereits seit 2018 keine Diesel-Fahrzeuge mehr im Angebot und damit auf die Folgen des Abgasskandals reagiert.

Diesel-Manipulation sorgte für enorme Wertverluste

Tatsächlich hat die Automobilindustrie mit der Manipulation von Diesel-Fahrzeugen selbst für einen enormen Wertverlust dieser PKW gesorgt. Der Abgasskandal, an dem quasi jeder namhafte Autohersteller beteiligt war, hat das Vertrauen in die Selbstzünder-Technik extrem geschwächt.
Seit dem Bekanntwerden des Skandals bringen nachweislich manipulierte Fahrzeuge von Herstellern wie VW, Audi, Daimler, Opel oder Porsche daher auf dem Gebrauchtwagenmarkt oft etwa 20 Prozent geringere Erlöse ein als vergleichbare Autos, die nicht manipuliert wurden.

Das liegt unter anderem daran, dass die Fahrzeuge teilweise von einem ständigen Stilllegungsrisiko betroffen und die mittelfristigen Folgen von durchgeführten Software-Updates oft nicht absehbar sind. Nicht selten klagen betroffene PKW-Halter nämlich über Motorenprobleme oder einen erhöhten Kraftstoffverbrauch.

Der Dieselskandal rechtfertigt Schadensersatzansprüche

Während sich Verbraucher nicht gegen Wertverluste aufgrund von ansteigenden Kraftstoff-Preisen oder zukünftigen Gesetzen wehren können, lassen sich aufgrund des Dieselskandals Schadensersatzansprüche durchsetzen. Schließlich hätten die betroffenen PKW-Halter den Fahrzeugkauf nicht zu den gleichen Konditionen abgewickelt, wenn sie damals bereits von dem Betrug gewusst hätten. Daher besteht die Möglichkeit, den verantwortlichen Hersteller juristisch zu der Rücknahme des manipulierten Fahrzeugs zu verpflichten.

Im Gegenzug erhalten die PKW-Besitzer in diesem Fall eine finanzielle Entschädigung, die sich aus an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Alternativ besteht auch die Option, das manipulierte Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. In diesem Fall lassen sich etwa 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises in Form von Schadensersatz durchsetzen.

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