Die Musterfeststellungsklage gegen Daimler ist ineffizient

  • Verbraucherzentrale Bundesverband reicht Musterfeststellungsklage gegen Daimler ein
  • Volkswagen sparte 2020 Milliardensumme durch Musterfeststellungsklage
  • Mercedes-Halter können ohne Risiko individuell klagen

 

Berlin-Schönefeld, 07. Juli 2021. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat aktuell wegen des Abgasskandals eine Musterfeststellungsklage gegen Daimler eingereicht. “Die Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen hat leider gezeigt, dass die Rechte von Verbrauchern auf diese Weise nicht bestmöglich durchgesetzt werden können”, meint jedoch der Rechtsanwalt Claus Goldenstein. Seine Kanzlei, Goldenstein Rechtsanwälte, vertritt insgesamt mehr als 28.500 Mandanten im Abgasskandal und ist unter anderem für das erste BGH-Urteil in der Sache verantwortlich.

Volkswagen sparte Milliardensumme durch Musterfeststellungsklage

“Von dem Vergleich im Rahmen der Musterfeststellungsklage gegen VW hat leider nur der Automobilkonzern aus Wolfsburg profitiert. Selbst der VZBV-Vorstand, Klaus Müller, gab damals in einer Pressemitteilung bekannt, dass der Verbraucherverband für mehr gestritten habe, seine Forderungen aber nicht durchsetzen konnte”, führt Goldenstein fort und ergänzt:

“Volkswagen hat den berechtigten Klage-Teilnehmern damals 15 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises ihres Fahrzeuges als einmalige Entschädigungszahlung geboten. Im Gegenzug mussten die Verbraucher auf weitere Rechtsansprüche verzichten. Fast alle Kläger gingen auf das Angebot ein.

Nur wenige Wochen nach dem Vergleich haben wir von Goldenstein Rechtsanwälte allerdings das erste Abgasskandal-Urteil vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe erwirkt und betroffenen Klägern zu Rechtssicherheit verholfen. Dadurch war endgültig klar, dass den Haltern von manipulierten VW-Fahrzeugen eigentlich deutlich höhere Entschädigungen zustanden.

Volkswagen hat den Vergleich im Rahmen der Musterfeststellungsklage natürlich bewusst unmittelbar vor dieser Entscheidung durchgebracht. Im Anschluss an dieses Grundsatzurteil bot der Konzern Individualklägern deutlich höhere Vergleichssummen an. Wir von Goldenstein Rechtsanwälte schätzen, dass VW durch den Vergleich bis zu drei Milliarden Euro gespart hat.”

Risikofreie Rechtsdurchsetzung ist auch ohne Sammelklage möglich

“Wir empfehlen Mercedes-Benz-Haltern, sich unbedingt rechtlich beraten zu lassen, bevor sie an der Musterfeststellungsklage teilnehmen. Verbraucher müssen wissen, dass eine Individualklage der beste Weg ist, um eine faire Entschädigung für die Folgen des Abgasskandals zu erhalten. Ihre Rechte können betroffene Halter zudem auch im Rahmen einer Individualklage durchsetzen, ohne ein finanzielles Risiko einzugehen.

Rechtsschutzversicherungen übernehmen nämlich die vollständigen Verfahrenskosten ihrer Kunden. Für nicht-versicherte Mandanten arbeiten wir von Goldenstein Rechtsanwälte zudem mit sogenannten Prozesskostenfinanzierern zusammen. Diese strecken alle Kosten vor, die im Rahmen eines Abgasskandal-Verfahrens entstehen und beziehen lediglich im Erfolgsfall eine geringe Provision. Sollte eine Klage keinen Erfolg haben, übernimmt der Prozesskostenfinanzierer sogar die vollen Verfahrenskosten. In diesem Fall müssen unsere Mandanten keinen Cent bezahlen”, ergänzt Claus Goldenstein abschließend.

Das sind die Hintergründe des Daimler-Dieselskandals

Seit 2018 hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) allein in Deutschland rund 550.000 Mercedes-Benz-Fahrzeuge wegen des Einbaus von illegalen Abschalteinrichtungen zurückgerufen. Daimler widersprach diesen Rückrufen zwar, doch das KBA lehnte die Widersprüche nach eingehender Prüfung ab.

Der Daimler-Dieselskandal betrifft die Diesel-Motoren OM607, OM622, OM626, OM640, OM642 und OM651. Die Vier- bzw. Sechszylindermotoren wurden in beinahe sämtlichen Fahrzeugklassen von Mercedes-Benz verbaut. Dies betrifft die A-, B-, C-, E,- G-, R-, S- und V-Klasse sowie die Modellreihen CLA, CLS, GLC, GLE, GLK, GLE, ML, Sprinter Vito und Viano. Die Musterfeststellungsklage gegen Daimler richtet sich allerdings nur an die Halter von Mercedes-Benz-Fahrzeugen der Modellreihen GLC und GLK mit dem Diesel-Motor OM651.

Diese Rechte haben die Besitzer von manipulierten Fahrzeugen

Wer ein manipuliertes Fahrzeug besitzt, hat die Möglichkeit, das Auto an den verantwortlichen Hersteller zurückzugeben. Im Gegenzug winkt eine finanzielle Entschädigung, die sich aus dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeuges abzüglich einer Nutzungsentschädigung zusammensetzt. Letztere ist abhängig von der individuellen Laufleistung des jeweiligen Fahrzeuges. Darüber hinaus erhalten die Kläger ab dem Tag der Klage-Einreichung Verzugszinsen, die die Entschädigungssumme erhöhen.

Alternativ besteht auch die Option, das manipulierte Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. In diesem Fall lassen sich etwa 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises in Form von Schadensersatz durchsetzen. Diese Form der Entschädigung soll den Wertverlust ausgleichen, der durch den Skandal entstanden ist.

Über Goldenstein Rechtsanwälte

Goldenstein Rechtsanwälte ist die führende deutsche Kanzlei im Abgasskandal. Die Anwälte des Unternehmens vertreten aktuell über 28.500 Mandanten in der Sache und sind unter anderem für das erste klagestattgebende Dieselskandal-Urteil am Bundesgerichtshof (BGH) verantwortlich. Auf www.ra-goldenstein.de können Halter von manipulierten Fahrzeugen kostenfrei prüfen, ob sie Anspruch auf Schadensersatz haben und die Kanzlei mit der Durchsetzung ihrer Rechte beauftragen. Die Kanzlei Goldenstein hat ihren Hauptsitz in Berlin-Schönefeld und beschäftigt derzeit über 100 Mitarbeiter an mehreren Standorten in Europa. Die Kanzlei wird von dem Rechtsanwalt Claus Goldenstein geleitet.

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