06.
Apr 2022

Aktuelle Diesel-Fahrverbote in deutschen Städten

Zahlen des Umweltbundesamtes belegen: Die Luftverschmutzung in deutschen Städten hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Trotzdem gibt es auch heute noch an mehreren Orten in Deutschland Diesel-Fahrverbotszonen. Doch wo genau dürfen Diesel-Fahrer aktuell nicht langfahren?

Hier gibt es noch immer Diesel-Fahrverbotszonen

Zurzeit gibt es in Berlin, Darmstadt, Hamburg und Stuttgart mehrere Diesel-Fahrverbotszonen. Die entsprechenden Straßenabschnitte dürfen die Besitzer von Diesel-Fahrzeugen nicht passieren. In der Regel gelten die Verbotszonen für Diesel-Fahrzeuge unterhalb der Schadstoffnorm Euro 6. Teilweise gibt es aber auch Ausnahmeregelungen.

So dürfen Taxis und Lieferwagen beispielsweise im Normalfall Diesel-Fahrverbotszonen auch dann passieren, wenn die eigenen Autos die dafür vorgeschriebenen Schadstoff-Grenzwerte eigentlich gar nicht einhalten. Auch für medizinisches Personal und Handwerker gelten diesbezüglich meist Sonderregeln.

Trotz besserer Luft: Neue Fahrverbotszonen könnten bald kommen

Obwohl es in den vergangenen Jahren immer weniger Fahrverbotszonen in Deutschland gibt, weil sich die Luftqualität fast überall verbessert hat, könnte dieser Trend bald Geschichte sein. Bereits ab Herbst dieses Jahres strebt die EU nämlich eine Änderung der aktuellen Luftqualitätsrichtlinie an und Deutschland hat bereits signalisiert, dieses Vorhaben zu unterstützen.

Eine Novellierung der EU-Luftqualitätsrichtlinie würde bedeuten, dass die Luftqualität in der gesamten Europäischen Union deutlich verbessert werden müsste. Laut Umweltbundesamt könnten die neuen Grenzwerte unterhalb der aktuellen Ist-Werte in sämtlichen deutschen Städten fallen. Das bedeutet auch, dass dann deutschlandweit wieder neue Fahrverbote auf dem Tisch wären.

Aktuelle Studie befasst sich mit Folgen von Feinstaubbelastung

Wie wichtig gute Luft ist, belegt eine aktuelle Studie, die das Institute For Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam aktuell gemeinsam mit der Berliner Charité veröffentlicht hat. Demnach wirkt sich eine hohe Feinstaub-Konzentration in der Luft ungünstig auf den Stoffwechsel, die Funktion und die Struktur der Lunge und auch auf die Anfälligkeit für Lungeninfektionen aus.

So kann bereits ein Anstieg der Stickoxid-Belastung um zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft dazu führen, dass zehn Prozent mehr Asthma-Patienten und zwölf Prozent mehr COPD-Patienten ins Krankenhaus müssen.

Dieselskandal war verantwortlich für Luftverschmutzung

Dass die Stickoxid-Werte in Deutschland lange Zeit extrem hoch waren, liegt auch an den Folgen des Dieselskandals. Jahrelang haben Autohersteller wie Volkswagen, Audi, Mercedes-Benz und Fiat ihre Kunden betrogen, indem die eigenen Autos als deutlich sauberer beworben wurden als sie eigentlich waren.

Mit Hilfe verschiedener Software-Lösungen konnten die manipulierten Fahrzeuge erkennen, wenn sie sich innerhalb eines amtlichen Abgastests befanden. In diesen Situationen schalteten die Diesel-Autos in einen umweltfreundlichen Modus, weshalb sie auch die Straßenzulassung erhielten. Im Normalbetrieb stießen die PKW jedoch unerlaubt viel Stickoxid aus. Deshalb trugen die manipulierten Autos auch sehr zur Feinstaubbelastung in Deutschland bei.

Diesel-Software-Update führt zu negativen Folgen

Zwar wurden die betroffenen PKW-Modelle mittlerweile millionenfach zurückgerufen, damit ihre Abgasreinigung mit einem Software-Update normalisiert wird. Doch diese vermeintliche Lösung scheint oftmals nur zu weiteren Problemen führen.

Viele Halter von upgedateten Fahrzeugen klagen nämlich im Anschluss an das Update über Folgeschäden. Autoexperten bestätigen, dass die Abgasskandal-Autos im schlimmsten Fall sogar einen kompletten Motorschaden erleiden können, wenn sie plötzlich deutlich größere Abgasmengen aufgrund eines Software-Updates filtern müssen.

Schadensersatzansprüche im Abgasskandal

Wer ein illegal manipuliertes Auto besitzt, kann sich unter anderem deshalb juristisch gegen diesen Betrug wehren. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, den verantwortlichen Hersteller juristisch zur Rücknahme des manipulierten Autos zu verpflichten. Im Gegenzug winkt eine Entschädigungszahlung, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert.

Alternativ ist es auch möglich, das eigene Fahrzeug zu behalten und einen Teil des Kaufpreises in Form einer finanziellen Entschädigung durchzusetzen. Dadurch soll der Wertverlust kompensiert werden, der durch den Abgasskandal entstanden ist.

Abgasskandal-Klagen sind oft ohne finanzielles Risiko möglich. Sämtliche Rechtsschutzversicherungen übernehmen nämlich alle anfallenden Kosten für ihre Kunden. Wer nicht versichert ist, kann zudem auf die Dienste eines sogenannten Prozesskostenfinanzierers zurückgreifen. Dieser übernimmt das komplette Verfahrensrisiko für Verbraucher und bezieht ausschließlich im Erfolgsfall eine geringe Provision für diese Dienste.

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