02.
Nov 2022

Urteil: Deutscher Glücksspieler erhält mehr als 200.000 Euro zurück

Ein deutscher Glücksspieler hat innerhalb weniger Monate insgesamt fast 230.000 Euro im Internet verzockt. Nun erhält er die volle Verlustsumme zurück, denn das Landgericht Frankfurt hat den verantwortlichen Casino-Betreiber zu einer Rückerstattung verurteilt. Das Glücksspielunternehmen mit Sitz in Malta war nämlich nie im Besitz einer Glücksspiellizenz, die in Deutschland gültig ist.

Hunderttausende Spieler haben vermutlich Anspruch auf Erstattung von Spielverlusten

Die Frankfurter Entscheidung stellt längst keinen Einzelfall mehr dar. Insgesamt haben mehr als 60 deutsche Gerichte bereits ähnliche Urteile verkündet. Im Grunde sind sich die deutschen Zivilgerichte fast ausnahmslos einig: Wer an illegalem Online-Glücksspiel teilgenommen hat, hat Anspruch auf eine Rückerstattung der daraus resultierenden Spielverluste.

Deutschlandweit haben vermutlich Hunderttausende Verbraucher auf unzulässigen Glücksspiel-Websites gezockt. Außerhalb von Schleswig-Holstein war es zwischen 2012 und 2022 nämlich gar nicht möglich, in Online-Casinos oder auf Online-Poker-Websites legal um Echtgeld zu spielen.

Schleswig-Holstein hatte 2012 als einziges Bundesland die Option geschaffen, Lizenzen für entsprechende Glücksspielangebote im Netz zu erteilen. Die neun Unternehmen, die eine solche Schleswiger Konzession erhielten, durften ihre Angebote allerdings auch nur an Bewohner Schleswig-Holsteins richten. Im Rest der Nation gab es hingegen ein strenges Online-Glücksspiel-Verbot.

Die Auswirkungen des neuen Glücksspielstaatsvertrages

Erst im Juli 2021 sorgte der neue Glücksspielstaatsvertrag für eine Liberalisierung von Online-Glücksspiel in ganz Deutschland. Seitdem können sich Unternehmen auch bundesweit gültige Lizenzen sichern. Die ersten Konzessionen dieser Art wurden allerdings erst Mitte 2022 ausgestellt und bis heute gibt es nur 13 Unternehmen, die hierzulande legal sind.

Auch der neue Glücksspielstaatsvertrag hat also Online-Glücksspiel in Deutschland nicht uneingeschränkt legalisiert. Zudem sind Unternehmen, die mittlerweile eine bundesweit gültige Glücksspiellizenz besitzen, in der Vergangenheit möglicherweise dennoch durch strafbares Fehlverhalten aufgefallen und können dafür belangt werden. Eine neu erhaltene Glücksspiellizenz sorgt nämlich nicht dafür, dass auch die unzulässigen Aktivitäten aus der Vergangenheit plötzlich legal sind.

Online-Glücksspiel ist nur mit deutscher Lizenz erlaubt

Vor allem Unternehmen aus Ländern wie Malta oder Zypern drangen in den letzten Jahren teils aggressiv in den deutschen Markt und umwarben deutsche Spieler bereits vor der Liberalisierung von Online-Glücksspiel intensiv. Auch die Website, auf der der Frankfurter Kläger spielte, wurde von einer Gesellschaft in Malta betrieben.

Entsprechende Unternehmen argumentierten in der Regel, dass sie aufgrund ihrer Lizenzen aus dem EU-Ausland in der gesamten Europäischen Union legal seien. Dass das falsch ist, haben jedoch mehrere Gerichte bereits umfangreich dargelegt. Es ist Fakt, dass Glücksspielunternehmen eine deutsche Lizenz benötigen, um hierzulande aktiv zu sein.

Weil die Verträge zwischen deutschen Spieler und den Online-Casinos aufgrund deren Illegalität nie gültig waren, ergibt sich ein Anspruch auf die Erstattung der jeweiligen Spielverluste. Das Frankfurter Gericht führte diesbezüglich aus, dass es keine Rolle spielt, dass auch der jeweilige Spieler an einer illegalen Tätigkeit teilnahm. Ziel des Glücksspielverbotes war es nämlich, die Spieler vor suchtfördernden und ruinösen Angeboten zu schützen.

Risikofreie Rechtsdurchsetzung ist möglich

Goldenstein Rechtsanwälte unterstützt deutsche Glücksspieler bereits seit Längerem dabei, ihre Verlustsummen aus illegalem Online-Glücksspiel einzuklagen. Mit dem kostenlosen Schnellcheck der Kanzlei können betroffene Spieler in wenigen Schritten prüfen, ob sie Anspruch auf eine Rückerstattung ihrer Verluste haben. Die Experten der Kanzlei prüfen die Angaben im Anschluss und beraten die jeweiligen Verbraucher kostenfrei und unverbindlich bezüglich ihrer rechtlichen Möglichkeiten in der Sache.

Klagen gegen Online-Glücksspielanbieter sind in vielen Fällen ohne Risiko möglich. Sogenannte Prozesskostenfinanzierer übernehmen sämtliche Verfahrens- und Anwaltskosten von Spielern und zahlen im Falle einer juristischen Niederlage sogar die Kosten der Gegenseite. Lediglich im Erfolgsfall werden Prozesskostenfinanzierer mit einer Provision an der fälligen Entschädigung beteiligt. Dadurch können Spieler ihre Verluste zurückverlangen, ohne dafür einen einzigen Cent in Anwalts- oder Gerichtskosten investieren zu müssen.

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