07.
Jun 2022

Fahrzeug-Manipulation: Fiat bekennt sich schuldig

Fiat hat sich aktuell in den USA wegen des Dieselskandals für schuldig bekannt und der Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 300 Millionen US-Dollar zugestimmt. Auch in Deutschland hat der italienische Autobauer illegal manipulierte Fahrzeuge verkauft. Hierzulande sind vor allem Wohnmobile, die auf Basis des Fiat Ducato gebaut wurden, vom Fiat-Abgasskandal betroffen. Die Halter dieser Fahrzeuge haben wegen des Skandals Anspruch auf Schadensersatz.

Verbraucheranwalt vergleicht Fiat-Manipulationen mit VW-Abgasskandal

“Im Fiat-Abgasskandal läuft es ähnlich wie im VW- oder Mercedes-Benz-Abgasskandal: Der italienische Autobauer zahlt fällige Strafen zuerst in den USA und bekennt sich dort für schuldig, während sich Fiat hierzulande als Unschuldslamm präsentiert, um Straf- und Entschädigungszahlungen möglichst lange hinauszuzögern”, kommentiert der Rechtsanwalt Claus Goldenstein, dessen gleichnamige Kanzlei mehr als 42.500 Mandanten im Abgasskandal vertritt. Er ergänzt:

“Auch in Europa muss sich Fiat jedoch früher oder später vor allem dafür verantworten, dass zahlreiche Kunden wegen der illegalen Manipulationen des Autobauers mangelhafte Fahrzeuge erworben haben, die den zulässigen Umweltregularien nicht entsprechen. Wir von Goldenstein Rechtsanwälte gehen davon aus, dass europaweit mehr als eine Million manipulierte Fiat-Autos zugelassen wurden.”

Staatsanwaltschaft Frankfurt: Über 200.000 manipulierte Fiat-Autos in Deutschland

Bereits kurz nach dem Bekanntwerden des VW-Abgasskandals im Jahr 2015 kamen erste Gerüchte auf, dass auch Fiat mehrere Diesel-Fahrzeuge illegal manipuliert haben könnte. Allerdings sammelte die Staatsanwaltschaft Frankfurt erst fünf Jahre später Beweise, die diese Manipulationen belegten.

Nachdem die Frankfurter Ermittler im Sommer 2020 mehrere Geschäftsgebäude von Fiat durchsuchten, verkündeten sie wenig später, dass allein in Deutschland vermutlich mindestens 200.000 Fiat-Fahrzeuge illegal manipuliert wurden. Demnach sollen hierzulande vor allem Wohnmobile vom Fiat-Abgasskandal betroffen sein. Das liegt daran, dass der Fiat Ducato das am häufigsten verwendete Fahrgestell in diesem Segment darstellt. Demnach sind fast alle namhaften Wohnmobil-Hersteller wie Dethleffs, Hymer oder Westfalia vom Fiat-Abgasskandal betroffen.

“Auch ein großer Konzern darf in Europa nicht über dem Gesetz stehen”

“In den USA hat Fiat bereits mehr als 100.000 Autos wegen des Abgasskandals zurückgerufen. Doch in Europa trifft das nur auf eine kleine Anzahl an Fiat-Autos zu. Das liegt vor allem an der Untätigkeit der italienischen Behörden, die für die Zulassung und den Rückruf von Fiat-Fahrzeugen zuständig sind”, erklärt der Rechtsanwalt Claus Goldenstein. Er führt fort:

“Obwohl das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt ihren italienischen Kollegen bereits vor Jahren mitgeteilt haben soll, dass Fiat-Fahrzeuge mit hoher Wahrscheinlichkeit illegal manipuliert wurden, haben die italienischen Behörden ihre Füße bislang weitgehend stillgehalten. Die italienische Regierung scheint Fiat als einen der größten Arbeitgeber des Landes schützen zu wollen. Doch auch ein großer Konzern darf in Europa nicht über dem Gesetz stehen. Folgerichtig hat die EU-Kommission wegen der Untätigkeit Italiens bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen das südeuropäische Land eingeleitet.

Ewig wird sich Fiat also auch in Europa nicht vor seiner Verantwortung drücken können. Fakt ist, dass viele Fahrzeuge von Fiat im Realbetrieb deutlich umweltschädlicher sind, als es offiziell kommuniziert und beworben wurde. Wer ein Fahrzeug mit einem Fiat-Diesel-Motor der Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6 besitzt, sollte die aktuelle Lage daher aufmerksam beobachten und sich rechtzeitig bezüglich der eigenen juristischen Möglichkeiten in der Sache informieren. Wir von Goldenstein Rechtsanwälte beraten sämtliche Verbraucher kostenfrei über mögliche Rechtsansprüche im Zusammenhang mit dem Abgasskandal.”

Diese Rechte haben betroffene Verbraucher wegen des Abgasskandals

Wer ein illegal manipuliertes Auto besitzt, muss mittelfristig nicht nur mit enormen Wertverlusten, sondern auch mit unvorhersehbaren Folgeschäden rechnen. Die da betroffenen Fahrzeughalter wohl deutlich weniger für ihre Autos bezahlt hätten, wenn der Abgasskandal zum Kaufzeitpunkt bereits bekannt gewesen wäre, haben sie Anspruch auf Schadensersatz.

Die Halter von illegal manipulierten Fahrzeugen haben grundsätzlich die Möglichkeit, ihr Auto an den verantwortlichen Hersteller zurückzugeben. Im Gegenzug winkt eine finanzielle Entschädigung, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Alternativ ist es auch möglich, das manipulierte Fahrzeug zu behalten und eine Entschädigung in Höhe eines Teils des Kaufpreises durchzusetzen. Dadurch soll der Wertverlust, der durch den Abgasskandal entstanden ist, kompensiert werden.

Abgasskandal-Klagen sind in vielen Fällen ohne finanzielles Risiko möglich. Wer nicht rechtsschutzversichert ist, kann in der Regel auf die Dienste eines Prozesskostenfinanzierers zugreifen. Dieser übernimmt die vollen Verfahrenskosten und bezieht lediglich im Erfolgsfall einer Klage eine vorab definierte Provision.

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