15.
Sep 2022

Deshalb betrifft der Fiat-Dieselbetrug vor allem die Wohnmobil-Szene

Fiat ist nicht unbedingt für den Ausbau von Wohnmobilen bekannt. Dennoch betreffen die illegalen Manipulationen des italienischen Autobauers vor allem die Camping-Szene. Das liegt daran, dass der Fiat Ducato als beliebtestes Fahrgestell für den Ausbau von Wohnmobilen gilt. Mehr als 50 Reisemobilhersteller setzen auf den italienischen Kastenwagen.

Diese Wohnmobile sind vom Fiat-Abgasskandal betroffen

Quasi alle relevanten Hersteller von Wohnmobilen sind wegen Fiat in den Abgasskandal verwickelt. Dazu zählen unter anderem Hymer, Carthago, Westfalia und Dethleffs. Nach intensiven Ermittlungen inklusive Razzien an mehreren Fiat-Standorten verkündete die Staatsanwaltschaft Frankfurt im Herbst 2020, dass vor allem Diesel-Fahrzeuge der Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 vom Fiat-Abgasskandal betroffen sein sollen. Die manipulierten Autos wurden zwischen 2014 und 2019 gebaut.

Wohnmobil-Besitzer, die sich ihre fahrende Behausung in diesem Zeitraum angeschafft haben, besitzen demnach mit hoher Wahrscheinlichkeit ein illegal manipuliertes Fahrzeug. Entsprechende Wohnmobile hätten eigentlich nie in Europa zugelassen werden dürfen, denn sie stoßen im Normalbetrieb unerlaubt viele Schadstoffe aus und geben lediglich während amtlicher Abgastests vor, sauber zu sein.

Auf diese Weise hat Fiat die eigenen Diesel-Fahrzeuge manipuliert

Die manipulierten Fiat-Fahrzeuge enthalten verschiedene Abschalteinrichtungen. So wird die Abgasreinigung einiger Autos beispielsweise nach 22 Minuten komplett abgeschaltet. Danach stoßen die betroffenen Autos teilweise sogar das 19-fache der erlaubten Schadstoffmengen aus. Da amtliche Abgastests im Normalfall nicht länger als 20 Minuten dauern, erhielten die betroffenen Autos dennoch problemlos die Typengenehmigung.

Neben der zeitabhängigen Abschalteinrichtung enthalten einige Fiat-Fahrzeuge zudem sogenannte Thermofenster. Das sind Abschalteinrichtungen, die die Abgasreinigung in Abhängigkeit von der Außentemperatur regulieren. Die betroffenen Fahrzeuge halten die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien meist nur bei Temperaturen zwischen etwa 15 und 30 Grad Celsius wirklich ein. Unter- und oberhalb dieser Temperaturen steigt der Schadstoffausstoß hingegen auf ein unerlaubt hohes Niveau an.

Wohnmobil-Abgasskandal: Diese Rechtsansprüche bestehen

Fiat-Fahrzeuge, die vom Abgasskandal betroffen sind, halten die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien nicht ein. Dementsprechend enthielten sie bereits zum Kaufzeitpunkt einen Mangel. Deshalb können betroffene Fahrzeughalter juristisch gegen das italienische Unternehmen vorgehen. Schließlich droht im Zusammenhang mit dem Fiat-Abgasskandal nicht nur ein enormer Wertverlust, sondern im schlimmsten Fall sogar eine Stilllegung der betroffenen Wohnmobile.

Betroffene Verbraucher haben grundsätzlich die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge an Fiat zurückzugeben. Im Gegenzug winkt eine finanzielle Entschädigung, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Alternativ ist es auch möglich, das jeweilige Fahrzeug zu behalten und eine Entschädigung in Höhe eines Teilbetrages des Kaufpreises durchzusetzen.

Abgasskandal-Klagen sind in vielen Fällen ohne finanzielles Risiko möglich. Wer nicht rechtsschutzversichert ist, kann in der Regel auf die Dienste eines Prozesskostenfinanzierers zugreifen. Dieser übernimmt die vollen Verfahrenskosten und bezieht lediglich im Erfolgsfall einer Klage eine vorab definierte Provision. Die Experten von Goldenstein Rechtsanwälte beraten betroffene Fahrzeughalter kostenfrei bezüglich ihrer rechtlichen Möglichkeiten in der Sache.

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