01.
Okt 2021

Mercedes-Benz zahlte im Abgasskandal Millionenstrafe an den deutschen Staat

2019 zahlte Daimler in Baden-Württemberg ein Bußgeld in Höhe von 870 Millionen Euro, da der Konzern mit der Zulassung von manipulierten Diesel-Fahrzeugen gegen die Aufsichtspflicht verletzt hatte. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ließ bis heute allein in Deutschland mehr als 550.000 Mercedes-Autos wegen illegaler Manipulationen zurückrufen. Dennoch beharrt Mercedes darauf, in der Sache unschuldig zu sein und verweigert seinen geschädigten Kunden die Auszahlung von Schadensersatz. Das passt nicht zusammen.

Mercedes-Kunden wurden von Daimler getäuscht

Für Mercedes-Kunden ist das Verhalten des Autobauers insofern brisant, da die betrogenen PKW-Besitzer ihre Fahrzeuge wohl nicht zu denselben Konditionen erworben hätten, wenn sie zum Kaufzeitpunkt bereits von dem Abgasskandal erfahren hätten.

Schließlich haben die Fahrzeuge durch den Skandal unter anderem enorm an Wert verloren. Darüber hinaus erhielten die PKW Software-Updates, deren Auswirkungen auf die betroffenen PKW nicht klar abzuschätzen sind. Umfragen haben nämlich ergeben, dass jeder zweite Halter von upgedateten Fahrzeugen über damit verbundenen Folgeschäden klagt, die oft erst Monate nach dem Update auftreten.

Fast alle Mercedes-Modelle wurden illegal manipuliert

Der Mercedes-Abgasskandal betrifft die Diesel-Motoren OM607, OM622, OM626, OM640, OM642 und OM651. Die Vier- bzw. Sechszylindermotoren wurden in beinahe sämtlichen Fahrzeugklassen von Mercedes-Benz verbaut. Dies betrifft die A-, B-, C-, E,- G-, R-, S- und V-Klasse sowie die Modellreihen CLA, CLS, GLC, GLE, GLK, GLE, ML, Sprinter Vito und Viano.

Das deutsche Verkehrsministerium gab bekannt, dass in den betroffenen Fahrzeugen insgesamt fünf verschiedene Abschalteinrichtungen entdeckt wurden, mit denen Daimler die eigenen PKW manipulierte. Die Fahrzeuge erkennen Testsituationen und schalten in diesem Moment in einen umweltfreundlichen Modus. Dadurch wurden die PKW zugelassen, obwohl sie eigentlich unerlaubt viele Schadstoffe ausstoßen.

Bis heute kommt es daher noch regelmäßig zu Rückrufaktionen von manipulierten Mercedes-Autos. Zuletzt ließ das Kraftfahrt-Bundesamt beispielsweise unter dem Rückruf-Code 5497507 mehrere Mercedes-Modelle zurückgerufen, weil diese illegale Abschalteinrichtungen enthalten. Bei den manipulierten Fahrzeugen handelt es sich um die Mercedes-Benz A-, B-, C-, E- und S-Klasse.

Betroffene Fahrzeughalter haben gute Aussichten auf Schadensersatz

Obwohl Mercedes die Manipulationen in Deutschland bestreitet, haben betroffene Fahrzeughalter vor Gericht gute Aussichten auf die erfolgreiche Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen. Mittlerweile haben fast alle deutschen Gerichte Daimler mindestens einmal in der Sache verurteilt. In den USA brachte der Konzern sogar schon 2 Milliarden US-Dollar auf, um sich mit den Behörden und rund 250.000 Sammelklägern zu einigen.

Da die betroffenen PKW wegen des Skandals unter anderem von enormen Wertverlusten betroffen sind, können diese sich juristisch gegen den Betrug wehren. So besteht unter anderem die Möglichkeit, das Auto an den verantwortlichen Hersteller zurückzugeben, um im Gegenzug eine finanzielle Entschädigung zu erhalten, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis des jeweiligen Fahrzeugs orientiert.

Abgasskandal-Klagen sind meist ohne finanzielles Risiko möglich. Wer nicht rechtsschutzversichert ist, kann in der Regel auf die Dienste eines Prozesskostenfinanzierers zugreifen. Dieser übernimmt die vollen Verfahrenskosten und bezieht lediglich im Erfolgsfall einer Klage eine vorab definierte Provision.

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