12.
Jul 2021

Mitsubishi zahlt Millionenstrafe wegen Abgasmanipulation

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat wegen des Abgasskandals einen Bußgeldbescheid in Höhe von 25 Millionen Euro gegen Mitsubishi verhängt. Der japanische Automobilhersteller hat die Millionenstrafe bereits akzeptiert. Zuvor waren Mitsubishi-Fahrzeuge bei Abgastests des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) negativ aufgefallen.

Das sind die Hintergründe des Mitsubishi-Abgasskandals

Bereits seit 2019 gab es Ermittlungen gegen den Automobilhersteller mit Hauptsitz in Tokio, weil mehrere Mitsubishi-Modelle mit 1,6- und 2,2-Liter-Diesel-Motoren bei Abgastests des KBA negativ aufgefallen waren. Die betroffenen Fahrzeuge sollen die zulässigen Schadstoffgrenzwerte teilweise um ein Vielfaches überschreiten.

Der Mitsubishi-Abgasskandal soll unter anderem das Modell Outlander betreffen. In den manipulierten Autos wurden Abschalteinrichtungen verbaut, die Abgastests erkennen. Wenn dies der Fall ist, schalten die Autos in einen umweltfreundlichen Modus und stoßen nur wenige Schadstoffe aus. Deshalb wurden die manipulierten Fahrzeuge für den Straßenverkehr in Europa zugelassen.

Im normalen Straßenbetrieb übersteigt der Abgasausstoß der betroffenen PKW die zulässigen Grenzwerte hingegen um ein Vielfaches. Das ist illegal. Der Betrug wurde öffentlich, da das Kraftfahrt-Bundesamt seit dem Bekanntwerden des VW-Dieselskandals die Schadstoffwerte von zahlreichen Diesel-Fahrzeugen im Rahmen von neuartigen Abgastests genauer unter die Lupe nahm.

Sind weitere Unternehmen in den Mitsubishi-Abgasskandal verstrickt?

Auch gegen den Automobilzulieferer Continental wird seit Längerem ermittelt, weil dieser die Manipulationen von Mitsubishi möglicherweise durch die Bereitstellung von Soft- und Hardware-Produkten erst möglich machte. Mitsubishi selbst gibt an, zumindest die beanstandeten 1,6-Liter-Motoren gar nicht selbst entwickelt zu haben. Diese seien stattdessen von dem französischen Automobilhersteller PSA geliefert worden.

Teil der Groupe PSA, die mittlerweile zu dem Automobilkonzern Stellantis gehört, sind unter anderem die Autobauer Citroën, Opel und Peugeot. Gegen alle drei Autobauer wird ebenfalls wegen des Abgasskandals ermittelt. Insgesamt sollen innerhalb der Groupe PSA mehrere Hunderttausend Diesel-Fahrzeuge illegal manipuliert worden sein.

So erfahren Mitsubishi-Halter, ob sie vom Dieselgate betroffen sind

Wer ein Mitsubishi-Diesel-Fahrzeug mit 1,6- oder 2,2-Liter-Motor der Schadstoffklassen Euro 5 oder Euro 6 besitzt, könnte vom Abgasskandal betroffen sein. Aktuell ist noch nicht öffentlich kommuniziert wurden, welche Motoren und Modelle von Mitsubishi definitiv manipuliert wurden.

Die Halter von Mitsubishi-Diesel-Fahrzeugen sollten sich jederzeit darauf gefasst machen, dass ihre Autos zurückgerufen und mit einem Software-Update bespielt werden. Letzteres ist eine gängige Art, um die Abgasreinigung von manipulierten Fahrzeugen zu normalisieren. Allerdings führen Software-Updates im Rahmen des Abgasskandals teils auch zu schwerwiegenden Schäden, denn die manipulierten Fahrzeuge sind eigentlich nicht für eine derartige Form der Filterung von Schadstoffen ausgelegt.

Schadensersatzansprüche gegen Mitsubishi

Wer ein illegal manipuliertes Fahrzeug besitzt, kann mit Hilfe einer Anwaltskanzlei Schadensersatzansprüche geltend machen. Schließlich hätten die betroffenen Halter ihre Fahrzeuge sicher nicht zu den gleichen Konditionen erworben, wenn sie zum Kaufzeitpunkt bereits von dem Betrug gewusst hätten.

So besteht die Möglichkeit, das manipulierte Fahrzeug an den verantwortlichen Hersteller zurückzugeben und dafür eine Entschädigung zu erhalten, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Alternativ gibt es auch die Option, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten.

Auf diesem Weg lassen sich etwa 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises in Form einer finanziellen Entschädigung durchsetzen. Diese Summe soll den Wertverlust kompensieren, der durch den Abgasskandal entstanden ist. Nachweislich manipulierte Fahrzeuge erzielen nämlich deutlich geringere Verkaufswerte als vergleichbare PKW, die nicht manipuliert wurden.

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