02.
Mrz 2022

Prozesskostenfinanzierung ermöglicht risikofreie Rechtsdurchsetzung ohne Versicherung

Nur die wenigsten Menschen gehen in ihrem Leben einmal juristisch gegen ein großes Unternehmen wie Volkswagen, Audi oder Mercedes-Benz vor. Dies gilt oftmals sogar, wenn ein Betrugsfall wie der Abgasskandal zu einem wirtschaftlichen Schaden geführt hat. Die Sorge vor der finanziellen Übermacht des Gegenübers ist nämlich zu groß. Es gibt allerdings Möglichkeiten, wie selbst Verbraucher ohne Rechtsschutzversicherung ihre Abgasskandal-Rechte ohne finanzielles Risiko durchsetzen können.

So funktioniert eine Abgasskandal-Prozesskostenfinanzierung

Oftmals besteht im Zusammenhang mit dem Abgasskandal nämlich die Möglichkeit, mit einem sogenannten Prozesskostenfinanzierer zusammenzuarbeiten. Prozesskostenfinanzierer übernehmen sämtliche Kosten, die im Rahmen eines Gerichtsverfahrens anfallen und begleichen im Falle einer juristischen Niederlage sogar die kompletten Aufwendungen der Gegenseite. Dadurch haben Unternehmen wie VW oder Mercedes-Benz keine Möglichkeit mehr, finanziellen Druck auf ihre betrogenen Kunden auszuüben.

Obwohl die Begrifflichkeit Prozesskostenfinanzierung vermuten lassen kann, dass es sich dabei um einen Kreditgeber handelt, ist dies nicht der Fall. Die Ausgaben des Prozesskostenfinanzierers müssen nämlich zu keinem Zeitpunkt zurückgezahlt werden. Lediglich im Erfolgsfall einer Abgasskandal-Klage bezieht der Prozesskostenfinanzierer eine geringe Erfolgsprovision, deren Höhe zu Beginn der Zusammenarbeit vereinbart wird.

Das sind die Alternativen zur Prozesskostenfinanzierung

Eine Prozesskostenfinanzierung kann vor allem für Menschen Sinn ergeben, die keine Rechtsschutzversicherung haben. Rechtsschutzversicherungen übernehmen nämlich ebenfalls die vollständigen Verfahrenskosten ihrer Kunden und sorgen dafür, dass diese nicht finanziell unter Druck gesetzt werden können.

Natürlich besteht alternativ auch die Möglichkeit, ein Abgasskandal-Verfahren mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Allerdings liegen die Kosten für ein solches Verfahren schnell im vierstelligen Bereich und können durch Zusatzausgaben für zum Beispiel Sachverständigengutachten weiter ansteigen. Deshalb ist es für viele Halter von illegal manipulierten Autos attraktiv, mit einem Prozesskostenfinanzierer zusammenzuarbeiten.

Diese Rechte haben betroffene Fahrzeughalter wegen des Abgasskandals

Wegen des Abgasskandals haben deutschlandweit mehrere Millionen Fahrzeuge enorm an Wert verloren. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt bringen diese Autos oft deutlich weniger ein als vergleichbare Fahrzeuge, die nicht manipuliert wurden. Darüber hinaus sorgen durchgeführte Software-Updates nicht selten zu unvorhersehbaren Folgeschäden, denn die Hardware der Abgasskandal-Autos wurde nicht dafür konzipiert, Schadstoffe in hohem Maße zu reinigen.

Unter anderem deshalb haben betroffene PKW-Besitzer die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche wegen des Abgasskandals durchzusetzen. Dies ist mindestens drei Jahre lang ab dem Zeitpunkt der Kenntnisnahme über die Manipulation möglich. Neuwagenkäufer haben sogar die Option, bis zu zehn Jahre nach dem Fahrzeugkauf Rechtsansprüche wegen des Abgasskandals durchzusetzen.

Die Halter von illegal manipulierten Autos haben grundsätzlich die Möglichkeit, ihr Fahrzeug an den verantwortlichen Hersteller zurückzugeben. Im Gegenzug lässt sich eine finanzielle Entschädigung durchzusetzen, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis des Autos orientiert. Alternativ besteht auch die Option, das manipulierte Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. In diesem Fall lassen sich etwa 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises in Form von Schadensersatz durchsetzen.

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