27.
Apr 2022

So funktionieren die Abschalteinrichtungen von Opel

Auch Opel ist vom Abgasskandal betroffen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat deutschlandweit bereits mehr als 200.000 manipulierte Opel-Fahrzeuge wegen der illegalen Manipulationen des Rüsselsheimer Autoherstellers zurückgerufen. Aber wie funktionieren eigentlich die Abschalteinrichtungen von Opel?

So erkannten die Opel-Autos amtliche Abgastests

Bei den manipulierten Opel-Autos handelt es sich um Diesel-Varianten der Modellreihen Zafira, Cascada, Astra, Corsa und Insignia. Die Fahrzeuge wurden mit Hilfe einer Manipulationssoftware so konzipiert, dass diese anhand verschiedener Parameter wie der Umgebungstemperatur, dem Umgebungsluftdruck und bestimmter Drehzahlen erkannten, wenn sie sich auf dem Prüfstand befanden.

In diesen Situationen schalteten die Opel-Autos in einen umweltfreundlichen Modus und stießen Schadstoffe lediglich im erlaubten Rahmen aus, weshalb sie auch die Typengenehmigung vom Kraftfahrt-Bundesamt erhielten. Erst Jahre nach der Zulassung entdeckte die deutsche Behörde, dass die betroffenen Fahrzeuge im Normalbetrieb die Rate der Abgasrückführung (AGR) senken und dementsprechend unerlaubt viele Schadstoffe ausstoßen. Deshalb rief das KBA die manipulierten PKW-Modelle zurück.

Opel Software-Update kann zu Folgeschäden führen

Auch aktuell kontaktiert Opel deshalb wieder Halter von Autos der Modellreihen Astra, Corsa und Insignia aus den Baujahren 2014 bis 2018. Die Halter der manipulierten Fahrzeuge werden von Opel in eine Werkstatt geladen, um dort ein Software-Update auf ihre Autos aufspielen zu lassen. Mit diesem Update soll die vorhandene Manipulationssoftware überschrieben und der Abgasausstoß der betroffenen Fahrzeuge normalisiert werden.

Software-Updates sind jedoch kein harmloser Eingriff. Schließlich wurden die manipulierten Fahrzeuge gar nicht dafür konzipiert, Schadstoffe in hohem Maße zu filtern. Deshalb klagen viele Besitzer von manipulierten Autos nach der Durchführung eines solchen Updates über Folgeschäden. Die Liste der auftretenden Mängel reicht von unangenehmen Gerüchen über einen erhöhten Kraftstoffverbrauch bis hin zu schwerwiegenden Motorschäden.

Die Schadensersatzansprüche im Opel-Abgasskandal

Unter anderem deshalb können betroffene Opel-Besitzer Schadensersatzansprüche in der Sache geltend machen. Schließlich hätten diese deutlich weniger für ihre Autos bezahlt, wenn der Abgasskandal zum Kaufzeitpunkt bereits bekannt gewesen wäre.

Die Halter von illegal manipulierten Fahrzeugen haben deshalb grundsätzlich die Möglichkeit, ihr Auto an den verantwortlichen Hersteller zurückzugeben. Im Gegenzug winkt eine finanzielle Entschädigung, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Alternativ ist es auch möglich, das manipulierte Fahrzeug zu behalten und eine Entschädigung in Höhe eines Teils des Kaufpreises durchzusetzen. Dadurch soll der Wertverlust, der durch den Abgasskandal entstanden ist, kompensiert werden.

Abgasskandal-Klagen sind in vielen Fällen ohne finanzielles Risiko möglich. Wer nicht rechtsschutzversichert ist, kann in der Regel auf die Dienste eines Prozesskostenfinanzierers zugreifen. Dieser übernimmt die vollen Verfahrenskosten und bezieht lediglich im Erfolgsfall einer Klage eine vorab definierte Provision.

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