09.
Apr 2021

So wirken sich Nachbauten auf den Schadensersatz im Dieselskandal aus

Für viele Wohnmobil-Besitzer gehört es dazu, ihr fahrendes zu Hause durch nachträgliche Einbauten wie Klimaanlagen, Fenster, Heizungen oder Solaranlagen aufzuwerten. Nun wurde jedoch bekannt, dass Hunderttausende Wohnmobile illegal manipulierte Motoren enthalten und daher einem enormen Wertverlust sowie einem Stilllegungsrisiko ausgesetzt sind. Betroffene Fahrzeughalter haben zwar Schadensersatzansprüche, doch werden Nachbauten bei der Berechnung einer Entschädigungszahlung berücksichtigt?

Abgasskandal wirkt sich wertmindernd auf Nachbauten aus

Diese Frage lässt sich klar beantworten: Nachträgliche Einbauten sind wertsteigernde Elemente. Sinkt nun der Wert eines Wohnmobils wegen des Abgasskandals, betrifft das das gesamte Wohnmobil und somit auch die Nachbauten. Wer im Rahmen des Dieselskandals Schadensersatzansprüche für sein Wohnmobil geltend macht, erhält daher auch eine Entschädigung für diese Einbauten.

Bei der Rückabwicklung des Fahrzeugs an den Hersteller des manipulierten Motors lässt sich daher eine Entschädigung durchsetzen, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis sowie den Kosten für die Nachbauten orientiert. Es ist aber auch möglich, das eigene Wohnmobil zu behalten und eine Entschädigung von etwa 25 Prozent der Gesamtkosten für das Fahrzeug zu erhalten. Auch bei letzterer Variante werden die Ausgaben für z.B. den Einbau einer Solaranlage berücksichtigt.

Die einzige Voraussetzung hierfür ist, dass der Abgasskandal dem Wohnmobil-Besitzer zum Zeitpunkt der Fahrzeug-Aufwertung nicht bekannt war. Es ist nämlich nicht möglich, sich die Aufrüstung des eigenen Fahrzeuges im Zuge einer Schadensersatzklage subventionieren zu lassen. Wer seine Rechtsansprüche im Wohnmobil-Abgasskandal durchsetzt, kann währenddessen also Umbauten an seinem Fahrzeug vornehmen, aber die Kosten hierfür nicht in seine Schadensersatzklage einfließen lassen.

Diese Fahrzeuge sind vom Wohnmobil-Dieselskandal betroffen

Der Wohnmobil-Abgasskandal betrifft quasi die gesamte Camper-Szene, denn beliebte Wohnmobil-Fahrgestelle wie der Fiat Ducato sind vom Abgasskandal betroffen. Insgesamt setzen mehr als 50 Reisemobil-Hersteller auf die Fahrgestelle und Motoren von Fiat und Iveco. Dazu zählen nahezu sämtliche namhafte Hersteller.

Bislang ist bekannt, dass Fahrzeuge aus den Baujahren 2014 bis 2019 mit den folgenden Motorentypen vom Wohnmobil-Abgasskandal betroffen sind: 1.3 Liter 16V Multijet, 1.6 Liter Multijet, 1.6 Liter, 2.0 Liter Multijet, 2.0 Liter, 2.2 Liter Multijet II, 2.3 Liter, 2.3 Liter Multijet, 3.0 Liter. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass auch weitere Fahrzeuge illegal manipuliert wurden.

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