16.
Feb 2021

Studie: Massiver Preisverfall von Diesel-Fahrzeugen

Seit dem Bekanntwerden des Dieselskandals ist die Nachfrage nach Selbstzündern enorm zurückgegangen. Insbesondere nachweislich manipulierte Fahrzeuge haben deshalb extrem an Wert verloren. Doch eine aktuelle Studie prognostiziert eine noch drastischere Entwicklung. Demnach werden Diesel-Fahrzeuge in Europa 2030 kaum noch eine Rolle spielen. Es droht ein nie dagewesener Preisverfall für gebrauchte Diesel-Fahrzeuge.

Das Center of Automotive Research (CAR) in Duisburg schätzt, dass im Jahr 2030 europaweit nur noch rund 390.000 Diesel-Neufahrzeuge verkauft werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 betrug die Anzahl an Diesel-Neuzulassungen allein in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge.

 

Verbraucheranwalt sieht Vertrauensverlust in Diesel-Technologie

“Seit dem Dieselskandal ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Diesel-Technologie gesunken. Weltweit waren Millionen PKW-Halter plötzlich einem ständigen Stilllegungsrisiko ausgesetzt. Noch heute – mehr als fünf Jahre später – kommen wöchentlich neue Details in der Sache ans Licht”, kommentiert Claus Goldenstein, Rechtsanwalt und Inhaber der gleichnamigen Kanzlei. Er ergänzt:

“Die Diesel-Fahrverbote in einigen deutschen Städten sowie immer strengere Umweltvorschriften verschärfen diese Entwicklung natürlich. In Berlin wird beispielsweise diskutiert, Diesel-Fahrzeuge ab 2025 gar nicht mehr in die Innenstadt fahren zu lassen. Solche Überlegungen fördern die Preisentwicklung von Diesel-Gebrauchtwagen natürlich absolut nicht.

Wir von der Kanzlei Goldenstein raten Diesel-Haltern unbedingt dazu, ihre Betroffenheit vom Abgasskandal zu prüfen. Mittlerweile ist klar, dass nahezu sämtliche Hersteller von Selbstzündern ihre PKW illegal manipuliert haben. Da der Dieselskandal unter anderem für enorme Wertverluste gesorgt hat, haben die Besitzer von manipulierten Fahrzeugen Schadensersatzansprüche, die in der Regel über dem aktuellen Gebrauchtwagenmarktwert liegen. Eine Schadensersatz-Klage ist in vielen Fällen also deutlich lukrativer als ein Verkauf”

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben.

Die jeweilige Entschädigungssumme im Dieselskandal setzt sich aus dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeuges abzüglich einer Nutzungsentschädigung zusammen. Letztere ist abhängig von der individuellen Laufleistung des jeweiligen Fahrzeuges. Darüber hinaus erhalten die betroffenen Kläger ab dem Tag der Klage-Einreichung Verzugszinsen, die die Entschädigungssumme erhöhen.

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. So lassen sich etwa 20-25 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises geltend machen.

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