07.
Jan 2021

Wohnmobil-Dieselskandal: Fahrzeug behalten und Schadensersatz sichern

Wer ein manipuliertes Wohnmobil besitzt, hat Anspruch auf Schadensersatz. Viele betroffene Reisemobil-Besitzer möchten ihr Fahrzeug für den vollen Kaufpreis zurückgeben. Es ist jedoch auch möglich, das Fahrzeug zu behalten und einen Anteil der ursprünglich bezahlten Summe als Entschädigung zu erhalten. 

Die illegal manipulierten Wohnmobile haben aufgrund des Dieselskandals an Wert verloren. Diese Wertverluste werden in Zukunft wohl noch zunehmen, denn der Wohnmobil-Dieselskandal wurde erst kürzlich in Teilen von der Staatsanwaltschaft Frankfurt aufgedeckt. So werden zeitnahe Rückrufaktionen die Nachfrage nach den manipulierten Modellen wohl enorm mindern. Diese Entwicklung ist bereits aus dem PKW-Abgasskandal bekannt. 

Betroffene Fahrzeugbesitzer können diese Wertminderung bei dem jeweiligen Hersteller des Schummelmotors einfordern. In der Regel lassen sich so Entschädigungen in Höhe von 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises durchsetzen. 

 

Motorenhersteller sind haftbar 

Die Wohnmobil-Dieselskandal-Klagen richten sich gegen die Motorenhersteller Fiat und Iveco. Diese haben zahlreiche Motoren so manipuliert, dass diese im Straßenbetrieb deutlich mehr Schadstoffe ausstoßen als auf dem Prüfstand. Dadurch wurden die betroffenen Fahrzeug-Modelle zugelassen, obwohl sie die geltenden Umweltrichtlinien nicht einhalten.  

Insgesamt setzen mehr als 50 Reisemobilbauer auf die Fahrgestelle von Fiat und Iveco. Dazu zählen unter anderem namhafte Hersteller wie Hymer, Dethleffs oder Carthago. Da diese allem Anschein nach ebenfalls von Fiat und Iveco betrogen wurden, können sie nicht für den Skandal und seine Folgen haftbar gemacht werden – Fiat und Iveco hingegen schon. 

 

Fiat entschädigte US-Kunden bereits – EU-Gericht entscheidet verbraucherfreundlich 

Im Januar 2019 einigte sich der Konzern Fiat Chrysler darauf, den Dieselskandal-Streit mit der US-Justiz gegen eine Zahlung in Höhe von 700 Millionen Dollar beizulegen. Zudem wurde Fiat Chrysler auch zur Realisierung von Umweltprojekten sowie einer Nachrüstung von mehr als 100.000 Fahrzeugen verpflichtet. In Europa zeigt sich der Konzern diesbezüglich bislang jedoch nicht sehr kooperativ.  

Zuletzt entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) jedoch, dass sämtliche Abschalteinrichtungen illegal sind, wenn diese zu unterschiedlichen Abgasausstoß zwischen Prüfstand und Normalbetrieb führen. Dieses Urteil setzt nahezu sämtliche Autobauer – so auch Fiat und Iveco – unter Druck. Verbraucherschutz-Experten gehen deshalb davon aus, dass der Abgasskandal nun die gesamte Automobilindustrie einholt und betroffene Verbraucher beste Chancen auf eine erfolgreiche Durchsetzung ihrer Schadensersatzansprüche haben. 

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