07.
Jun 2021

Wohnmobil-Trend: Vorsicht beim Fahrzeugkauf

Die Nachfrage nach Wohnmobilen nimmt stark zu in Deutschland. In den vergangenen fünf Jahren ist die Anzahl an zugelassenen Wohnmobilen hierzulande um rund 50 Prozent gestiegen. Wer sich jedoch aktuell für ein gebrauchtes Wohnmobil interessiert, sollte sich vor dem Kauf genau informieren. Während der Jahre 2014 bis 2019 wurden nämlich mehr als zwei Drittel aller neuzugelassenen Wohnmobile illegal manipuliert.

Über 50 Wohnmobil-Hersteller haben die manipulierten Motoren verbaut

So halten Fahrzeuge aus diesen Baujahren, die auf Basis des Fiat Ducato oder der Iveco-Modelle Daily Hi-Matic, Daily 4×4 und Eurocargo gebaut wurden, die zulässigen Umweltrichtlinien nicht ein. Die Dieselskandal-Wohnmobile enthalten illegale Abschalteinrichtungen, die Prüfsituationen erkennen.

Das führt dazu, dass die Automobile während offizieller Zulassungstests einen anderen Schadstoffausstoß vorgeben, als es im Normalbetrieb der Fall ist. Die betroffenen Fahrzeuge wurden nur wegen dieser Manipulation für den Straßenverkehr in der Europäischen Union zugelassen. Ein solches Verhalten ist natürlich illegal.

Den manipulierten Wohnmobilen drohen daher enorme Wertverluste und im schlimmsten Fall sogar Fahrverbote. Das ist für die Camping-Szene extrem relevant, denn mehr als 50 Reisemobilhersteller setzen auf die Fahrgestelle und Motoren von Fiat und Iveco. Dazu zählen sämtliche namhafte Hersteller wie Dethleffs, Hymer oder Westfalia.

 

Diese Diesel-Motoren wurden illegal manipuliert

Wer ein Wohnmobil oder auch einen herkömmlichen PKW mit Fiat-Motor kaufen möchte, sollte daher genau prüfen, ob das Fahrzeug der Begierde einen manipulierten Diesel-Motoren enthält: 1.3 Liter Multijet, 1.3 Liter 16V Multijet, 1.6 Liter Multijet, 1.6 Liter, 2.0 Liter Multijet, 2.0 Liter, 2.2 Liter Multijet II, 2.3 Liter, 2.3 Liter Multijet, 3.0 Liter.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt verkündete im Jahr 2020 nach mehreren Razzien in Geschäftsgebäuden von Fiat und Iveco, dass diese Motoren illegal manipuliert wurden. Allein in Deutschland sollen demnach mehr als 200.000 manipulierte Fahrzeuge mit diesen Motoren zugelassen worden sein.

 

Schadensersatzansprüche im Wohnmobil-Dieselskandal

Wer bereits im Besitz eines manipulierten Autos ist, sollte sich unbedingt rechtlich beraten lassen. Die Fahrzeughalter hätten ihren PKW sicherlich nicht zu den gleichen Konditionen gekauft, wenn sie von dem Betrug gewusst hätten. Unter anderen deshalb haben sie Anspruch auf Schadensersatz.

Wer ein manipuliertes Wohnmobil besitzt, hat die Möglichkeit, das Fahrzeug zu behalten und eine Entschädigung in Höhe von 20 bis 25 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises durchzusetzen. Deutlich höhere Entschädigungen erhalten Wohnmobil-Besitzer, die ihr Fahrzeug an den verantwortlichen Hersteller zurückgeben.

In diesem Fall sind Summen, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientieren, gängig. Zudem werden auch nachträgliche Einbauten wie zum Beispiel Heizungen oder Solaranlagen bei der Berechnung des Schadensersatzes berücksichtigt. Ihre Rechtsansprüche in der Sache können Wohnmobil-Besitzer mithilfe einer Anwaltskanzlei durchsetzen. Anzeigen führen hingegen nicht zu einer zivilrechtlichen Aufarbeitung des Wohnmobil-Abgasskandals.

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