29.
Mrz 2022

Auch ausländische Hersteller haben ihre Diesel-Autos manipuliert

Der Abgasskandal wird häufig fast ausschließlich mit deutschen Herstellern wie Volkswagen, Mercedes-Benz, Audi oder Porsche in Verbindung gebracht. Das liegt unter anderem daran, dass besonders viele dieser Fahrzeuge in Deutschland zugelassen wurden und dementsprechend viele Fahrzeughalter hierzulande von den Manipulationen betroffen sind. Doch die Abgas-Manipulation ist kein rein deutsches Phänomen. Auch ausländische Autos sind vom Abgasskandal betroffen.

Fiat-Abgasskandal flog 2020 nach mehreren Razzien auf

Vergleichsweise große mediale Aufmerksamkeit erhielt in den vergangenen Jahren der Fiat-Abgasskandal. Nachdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt im Sommer 2020 mehrere Geschäftsgebäude des italienischen Autobauers durchsuchen ließ, gaben die Ermittler wenige Monate später bekannt, dass allein in Deutschland mehr als 200.000 manipulierte Fiat-Autos vom Abgasskandal betroffen sein könnten. Demnach fand die Staatsanwaltschaft während der durchgeführten Razzien eindeutige Beweise, die eine Manipulation von Fiat-Autos belegen.

Zu den ersten Rückrufen in der Sache kam es jedoch erst im Jahr 2021. Seitdem werden Diesel-Varianten des Fiat 500x sowie des Fiat Doblò wegen der Manipulationen in die Werkstatt gerufen. Dort soll die Abgasreinigung der Fahrzeuge mit einem Software-Update normalisiert werden. Wie alle illegal manipulierten Autos stoßen nämlich auch die Abgasskandal-Autos von Fiat im Normalbetrieb unerlaubt viele Schadstoffe aus.

Dass es bei diesen zwei Rückrufen im Zusammenhang mit den Manipulationen von Fiat bleibt, ist sehr unwahrscheinlich. Vor allem die Wohnmobil-Szene wird wohl noch stark vom Fiat-Abgasskandal betroffen sein, denn die Staatsanwaltschaft Frankfurt verkündete schon 2020, dass der besonders viele Wohnmobile illegal manipuliert wurden. Das liegt daran, dass der Fiat Ducato herstellerübergreifend bei knapp zwei Dritteln aller Wohnmobile als Basismodell genutzt wird. Ein baldiger Rückruf des Ducato wird daher wohl die gesamte Camping-Szene in Unruhe versetzen.

Fast alle in Deutschland zugelassenen Subaru-Fahrzeuge wurden manipuliert

Amtlich angeordnete Rückrufaktionen gab es auch schon bei dem japanischen Hersteller Subaru, der für seine Fahrzeuge mit Vierradantrieb bekannt ist. 2019 rief das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) den Subaru Outback wegen des Abgasskandals zurück. Mittlerweile wurden zudem auch die Subaru-Modelle Legacy, Impreza, XV und Forester wegen des Abgasskandals zurückgerufen.

Damit betrifft der Abgasskandal im Prinzip sämtliche Subaru-Modelle, die in Deutschland als Diesel-Variante auf den Markt gekommen sind. Aufgrund der niedrigen Zulassungszahlen von Subaru-Fahrzeugen in Deutschland erhielt der Subaru-Abgasskandal hierzulande dennoch relativ wenig mediale Aufmerksamkeit.

Abgasskandal betrifft weitere ausländische Hersteller

Neben Subaru und Fiat werden auch viele weitere ausländische Hersteller in Verbindung mit dem Abgasskandal gebracht. Unter anderem haben auch Volvo-Autos die vorgeschrieben Stickoxid-Grenzwerte bei unabhängigen Abgastests nicht eingehalten. Zudem enthalten mehrere Modelle der VW-Töchter Seat und Skoda die manipulierten Diesel-Motoren ihrer Muttergesellschaft. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass zeitnah auch andere Hersteller wegen illegaler Manipulationen in den Fokus von Ermittlern und der Öffentlichkeit geraten.

Die betroffenen Halter müssen wegen des Abgasskandals unter anderem mit unvorhersehbaren Folgeschäden sowie hohen Wertverlusten rechnen. Was viele jedoch nicht wissen: Es gibt auch Möglichkeiten, um sich juristisch gegen diese negativen Konsequenzen zur Wehr zu setzen. Die Besitzer von illegal manipulierten Autos haben nämlich Anspruch auf Schadensersatz.

Diese Rechte haben betroffene Verbraucher wegen des Abgasskandals

Wegen des Abgasskandals besteht grundsätzlich die Möglichkeit, das manipulierte Auto an den verantwortlichen Hersteller zurückzugeben. Im Gegenzug winkt eine finanzielle Entschädigung, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Alternativ ist es auch möglich, das betroffene Fahrzeug zu behalten und eine Entschädigung in Höhe eines Teils des Kaufpreises durchzusetzen. Dadurch soll der Wertverlust, der durch den Abgasskandal entstanden ist, kompensiert werden.

Abgasskandal-Klagen sind in vielen Fällen ohne finanzielles Risiko möglich. Wer nicht rechtsschutzversichert ist, kann in der Regel auf die Dienste eines Prozesskostenfinanzierers zugreifen. Dieser übernimmt die vollen Verfahrenskosten und bezieht lediglich im Erfolgsfall einer Klage eine vorab definierte Provision.

Die Kanzlei Goldenstein berät betroffene PKW-Besitzer kostenfrei bezüglich ihrer rechtlichen Möglichkeiten in der Sache. Mit dem Schnellcheck auf der Website der Kanzlei können Verbraucher zudem in wenigen Schritten prüfen, ob sie wegen des Abgasskandals Anspruch auf Schadensersatz haben und wie hoch dieser ausfällt.

Prüfen Sie jetzt Ihren Anspruch:
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