19.
Aug 2021

64.000 Euro Entschädigung für manipulierten Porsche

Monatelang warten Autoliebhaber oft auf die Auslieferung ihres neuen Porsche. Diese Wartezeit lohnt sich für ein Fahrzeug der Extraklasse. Doch was ist, wenn der eigene Porsche eigentlich nicht einmal die Voraussetzungen für eine Straßenzulassung in Deutschland erfüllt? Aus genau diesem Grund sprach das Landgericht Koblenz aktuell einer Mandantin von Goldenstein Rechtsanwälte rund 90 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises für ihren sechs Jahre alten Porsche Cayenne zu, der vom Abgasskandal betroffen ist. Insgesamt erhielt die Porsche-Besitzerin knapp 64.000 Euro.

Die Diesel-Manipulation sorgt nicht nur für Umweltschäden

Das Koblenzer Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Porsche Cayenne der Klägerin illegal manipuliert wurde. Das Fahrzeug, das 2015 als Neuwagen für rund 73.000 Euro erworben wurde, wurde einige Jahre später wegen des Einbaus einer illegalen Abschalteinrichtung vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zurückgerufen. Demnach erkennt der Porsche, wenn er sich auf dem Prüfstand befindet und schaltet dann in einen umweltfreundlichen Modus. Im Normalbetrieb stößt der SUV jedoch unerlaubt viele Stickoxide in die Luft. Das ist illegal.

Ein Schaden entstand dadurch nicht nur für Porsche-Besitzer, die Wert auf Umweltschutz legen. Der Abgasskandal hat nämlich auch unter anderem dazu geführt, dass die Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen eingebrochen ist und insbesondere nachweislich manipulierte Autos massiv an Wert verloren haben. Gerade für Porsche-Fahrer entstand daher ein besonders großer Schaden, denn die Autos des Stuttgarter Unternehmens gelten eigentlich als vergleichsweise wertstabil.

Diese Porsche-Modelle sind vom Abgasskandal betroffen

Mittlerweile verzichtet Porsche komplett auf die Entwicklung von Diesel-Autos. Damit reagierte der Autobauer unter anderem auf ein zwischenzeitliches Verkaufsverbot der Diesel-Variante des Porsche Cayenne wegen des Abgasskandals. Neben dem Cayenne und dem Cayenne S sind zudem auch die Porsche-Modelle Macan S und Panamera vom Abgasskandal betroffen.

Die Fahrzeuge aus den Baujahren 2013 bis 2018 enthalten allesamt 3- und 4,2-Liter-Motoren, die von Audi entwickelt wurden. Die manipulierten Audi-Motoren tragen die Bezeichnungen EA 896, EA 897 und EA 898. Sie wurden insgesamt in mehr als zehn Porsche-, Audi- und Volkswagen-Fahrzeugen verbaut.

Die Abgasskandal-Rechte von Porsche-Haltern: Verjährung droht

Wer ein Porsche-Fahrzeug mit so einem manipulierten Motor besitzt, hat Anspruch auf Schadensersatz. Betroffene Verbraucher sollten jedoch nicht länger mit der Durchsetzung ihrer Rechte warten. Im Fall von Betrug bzw. sittenwidriger Schädigung besteht nämlich eine dreijährige Verjährungsfrist in Deutschland. Da die ersten Porsche-Modelle 2018 zurückgerufen wurden, droht die Verjährung der Rechtsansprüche von betroffenen Haltern zum 01. Januar 2022.

Die Rechtsansprüche von Porsche-Besitzern richten sich in diesem Fall nicht gegen Porsche, sondern gegen Audi. Schließlich hat das Ingolstädter Schwesterunternehmen von Porsche die Manipulationssoftware entwickelt, die auch in Porsche-Autos zum Einsatz kam. Porsche hat mit dem Einbau der Abgasskandal-Motoren zwar gegen seine Sorgfaltspflicht verstoßen, doch für den Betrug kann einzig und allein Audi verantwortlich gemacht werden.

Betroffene Porsche Besitzer haben die Möglichkeit, ihr manipuliertes Fahrzeug zurückzugeben, um im Gegenzug eine Entschädigung zu erhalten, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Lediglich die bisherige Laufleistung müssen sie sich in Form einer sogenannten Nutzungsentschädigung von der fälligen Summe abziehen lassen. Die Koblenzer Klägerin sicherte sich auf diesem Weg eine Entschädigung in Höhe von insgesamt 63.996,01 Euro für ihren Porsche, der mehr als ein halbes Jahrzehnt alt ist.

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