20.
Sep 2022

Mobilvetta-Wohnmobile sind vom Dieselgate betroffen

Der Wohnmobilhersteller Mobilvetta wirbt auf seiner Website mit neun Privilegien, von denen die Besitzer von Reisemobilen des italienischen Unternehmens profitieren. Allerdings gehen mit dem Besitz eines Mobilvetta-Wohnmobils nicht nur Vorteile einher, denn auch Mobilvetta ist vom Abgasskandal betroffen.

Fiat-Manipulationen betreffen auch die Wohnmobil-Szene

Fast alle Mobilvetta-Wohnmobile und -Vans werden auf Basis des Fiat Ducato hergestellt. Viele Diesel-Varianten des italienischen Kastenwagens wurden allerdings illegal manipuliert. Das wiederum hat zur Folge, dass auch Mobilvetta-Wohnmobile, die auf Basis dieser manipulierten Autos gebaut wurden, vom Abgasskandal betroffen sind und im Normalbetrieb unerlaubt viele Schadstoffe ausstoßen.

Die manipulierten Ducato-Modelle wurden laut Staatsanwaltschaft Frankfurt vordergründig zwischen 2014 und 2019 gebaut und unter den Umweltnormen Euro 5 und Euro 6 zugelassen. Die Frankfurter Ermittler durchsuchten im Sommer 2020 mehrere Geschäftsräume von Fiat und verkündeten ihre Ermittlungsergebnisse im Nachhinein. Demnach wurden allein in Deutschland vermutlich mehr als 200.000 manipulierte Fiat-Fahrzeuge zugelassen – vor allem Wohnmobile.

Diese Abschalteinrichtungen enthalten die betroffenen Wohnmobile

Fiat hat mehrere Abschalteinrichtungen entwickelt, die sich auf den Abgasausstoß der jeweiligen Fahrzeuge auswirken. So wird die Abgasreinigung einiger Autos beispielsweise nach 22 Minuten komplett abgeschaltet. Danach stoßen die betroffenen Fahrzeuge teilweise sogar das 19-fache der erlaubten Schadstoffmengen aus. Da amtliche Abgastests im Normalfall nicht länger als 20 Minuten dauern, erhielten die betroffenen Autos dennoch problemlos die Typengenehmigung, obwohl sie die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien eigentlich nicht erfüllen.

Neben der zeitabhängigen Abschalteinrichtung enthalten einige Fiat-Fahrzeuge zudem sogenannte Thermofenster. Das sind Abschalteinrichtungen, die die Abgasreinigung in Abhängigkeit von der Außentemperatur regulieren. Die betroffenen Fahrzeuge halten die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien meist nur bei Temperaturen zwischen etwa 15 und 30 Grad Celsius wirklich ein. Unter- und oberhalb dieser Temperaturen steigt der Schadstoffausstoß hingegen auf ein unerlaubt hohes Niveau an.

Milliardenstrafen in den USA, kaum Rückrufe in Europa: Der Fiat-Abgasskandal

Während Fiat in den USA bereits eine Milliardensumme für Strafzahlungen an den Staat und Entschädigungen an betroffene Fahrzeughalter aufbringen musste, kommt das italienische Unternehmen wegen des Abgasskandals in Europa bislang weitgehend straffrei davon. Tatsächlich wurden die meisten manipulierten Fiat-Fahrzeuge sogar bis heute nicht zurückgerufen. Daher sorgen diese noch immer für eine Umweltverschmutzung in unerlaubt hohem Maße.

Wegen der ausbleibenden Rückrufe, hat die EU-Kommission mittlerweile sogar ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien eingeleitet. Zudem fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) auch das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in der Sache zum Handeln auf, da die deutsche Behörde seit einigen Monaten auch Fahrzeuge mit Typengenehmigungen aus anderen EU-Ländern zurückrufen kann.

Insofern ist es sehr wahrscheinlich, dass bald auch Wohnmobile wegen des Abgasskandals zurückgerufen werden können. Betroffene Halter haben jedoch auch vorher schon die Möglichkeit, rechtliche Schritte in der Sache einzuleiten. Die Manipulationen können nämlich auch ohne Rückruf mittels eines Sachverständigengutachtens nachgewiesen werden.

Wohnmobil-Abgasskandal: Diese Rechtsansprüche bestehen

Mobilvetta-Fahrzeuge, die vom Abgasskandal betroffen sind, halten die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien nicht ein. Dementsprechend enthielten sie bereits zum Kaufzeitpunkt einen Mangel. Deshalb können betroffene Fahrzeughalter juristisch gegen den Motorenhersteller – also Fiat – vorgehen. Schließlich droht im Zusammenhang mit dem Fiat-Abgasskandal nicht nur ein enormer Wertverlust, sondern im schlimmsten Fall sogar eine Stilllegung der betroffenen Wohnmobile.

Betroffene Verbraucher haben grundsätzlich die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge an Fiat zurückzugeben. Im Gegenzug winkt eine finanzielle Entschädigung, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Alternativ ist es auch möglich, das jeweilige Fahrzeug zu behalten und eine Entschädigung in Höhe eines Teilbetrages des Kaufpreises durchzusetzen.

Abgasskandal-Klagen sind in vielen Fällen ohne finanzielles Risiko möglich. Wer nicht rechtsschutzversichert ist, kann in der Regel auf die Dienste eines Prozesskostenfinanzierers zugreifen. Dieser übernimmt die vollen Verfahrenskosten und bezieht lediglich im Erfolgsfall einer Klage eine vorab definierte Provision. Die Experten von Goldenstein Rechtsanwälte beraten betroffene Fahrzeughalter kostenfrei bezüglich ihrer rechtlichen Möglichkeiten in der Sache.

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