01.
Dez 2023

Streit um illegales Online-Glücksspiel trotz Glücksspielstaatsvertrag

Der deutsche Online-Glücksspielmarkt wurde im Sommer 2021 durch das Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrages liberalisiert. Seitdem können sich Unternehmen bundesweit gültige Online-Glücksspiellizenzen sichern. Eine aktuelle Studie der Universität Leipzig kommt trotzdem zu dem Schluss, dass deutsche Glücksspieler die Hälfte ihrer Spielzeit im illegalen Raum verbringen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) widerspricht dieser Darstellung.

GGL trifft Aussagen zum Volumen des illegalen Online-Glücksspielmarktes

Die GGL gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie den wissenschaftlichen Diskurs zu Erhebungsmethoden zum Thema Glücksspiel grundsätzlich begrüße. Zudem führte die Behörde mit Sitz in Halle an der Saale aus, dass es ihrer Ansicht nach aktuell zwischen 800 und 900 Internetseiten mit illegalen Online-Glücksspielangeboten gebe und der Marktanteil dieser Angebote gerade einmal 2 bis 4 Prozent des erlaubten Marktes betrage.

Demnach würden die erfassten illegalen Internetseiten zwischen 300 und 500 Mio. Euro umsetzen. Diese Erhebung basiere unter anderem auf der Erfassung und Analyse von Besucheraktivitäten von illegalen Internetseiten, Angebotsanalysen von illegalen Anbietern und der Auswertung von Affiliate-Marketing-Netzwerken.

Deshalb ist illegales Online-Glücksspiel so gefährlich

Unabhängig davon, ob nun die GGL-Berechnungen oder die der Leipziger Forscher stimmen: In Deutschland werden aktuell offensichtlich noch immer Hunderte Millionen Euro bzw. vielleicht sogar Milliardensummen mit illegalen Online-Glücksspielangeboten umgesetzt. Diese illegalen Angebote sind für deutsche Spieler oft nur schwer als solche zu erkennen, da es sich in der Regel um deutschsprachige Websites handelt, die vorgeben, auch hierzulande legal zu sein. Doch wer auf einer unzulässigen Website Echtgeldeinsätze vornimmt, muss mit schwerwiegenden Folgen rechnen.

Das liegt einerseits daran, dass die Gefahr, glücksspielsüchtig zu werden, auf solchen Seiten extrem hoch ist. Schließlich werden diese Websites kaum bis gar nicht reguliert. Andererseits haben deutsche Spieler bei hohen Gewinnen aus illegalem Online-Glücksspiel rein rechtlich gar keinen Anspruch auf eine Auszahlung des gewonnen Geldes. Die Verträge zwischen den illegalen Glücksspielanbietern und ihren deutschen Kunden haben aufgrund der Unzulässigkeit des Angebots nämlich gar keine Gültigkeit.

Folglich haben mehrere illegale Glücksspielunternehmen bereits erfolgreich die Auszahlung von hohen Gewinnen verweigert und sind juristisch damit durchgekommen. Umgekehrt können Glücksspieler, die auf solchen Seiten Geld verloren und nicht gewonnen haben, allerdings auch von der Unzulässigkeit des Angebots profitieren.

Illegales Online-Glücksspiel: Verluste können zurückgefordert werden

Aufgrund der ungültigen Verträge zwischen den Betreibergesellschaften der illegalen Glücksspiel-Websites und ihren deutschen Kunden hätten erstere nämlich eigentlich auch kein Geld von letzteren annehmen dürfen. Wenn dies dennoch geschah, besteht seitens der betroffenen Glücksspieler Anspruch auf die Erstattung der jeweiligen Spielverluste. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch diese ausfielen.

Entsprechende Rückforderungsansprüche wurden von deutschen Zivilgerichten bereits hundertfach bestätigt. Demnach würden die illegalen Glücksspielanbieter nicht bestraft werden, wenn sie die zu Unrecht umgesetzten Glücksspiel-Einnahmen von deutschen Kunden einfach behalten dürften. Folglich müssen sie die eingenommenen Gelder zurückzahlen. Entscheidungen zugunsten der Glücksspielanbieter gibt es hingegen nur vereinzelt.

Rückforderung von Spielverlusten: Risikofreie Rechtsdurchsetzung ist möglich

Goldenstein Rechtsanwälte unterstützt deutsche Glücksspieler bereits seit Längerem dabei, ihre Verlustsummen aus illegalem Online-Glücksspiel zurückzufordern. Mit dem kostenlosen Schnellcheck der Kanzlei können betroffene Spieler in wenigen Schritten prüfen, ob sie Anspruch auf die Rückerstattung ihrer Online-Sportwetten-Verluste haben. Die Experten der Kanzlei prüfen die Angaben im Anschluss und beraten die jeweiligen Verbraucher kostenfrei und unverbindlich bezüglich ihrer rechtlichen Möglichkeiten in der Sache.

Klagen gegen Online-Glücksspielanbieter sind in vielen Fällen ohne Risiko möglich. Sogenannte Prozesskostenfinanzierer übernehmen nämliche sämtliche Verfahrens- und Anwaltskosten von Spielern und zahlen im Falle einer juristischen Niederlage sogar die Kosten der Gegenseite. Lediglich im Erfolgsfall werden Prozesskostenfinanzierer mit einer Provision an der fälligen Entschädigung beteiligt. Dadurch können Spieler ihre Verluste zurückverlangen, ohne dafür einen einzigen Cent in Anwalts- oder Gerichtskosten investieren zu müssen.

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