28.
Mai 2021

VW verbaute auch nach dem Bekanntwerden des Dieselskandals manipulierte Motoren

2015 veröffentlichte VW eine ad-hoc-Meldung, in der der Konzern die Manipulation von Diesel-Fahrzeugen zugab. Die betroffenen PKW wurden zurückgerufen und erhielten ein Software-Update, das die Abgasreinigung normalisieren sollte. VW verbaute seitdem nur noch saubere Motoren – sollte man meinen. Die Realität sieht aber anders aus. Auch nach 2015 täuschte der VW-Konzern die Zulassungsbehörden regelmäßig. Insgesamt sind insgesamt mindestens fünf Audi- und VW-Motoren vom Abgasskandal betroffen.

EA 288-Motor enthält illegale Abschalteinrichtung

Unter anderem ist auch der Nachfolge-Motor des nachweislich manipulierten Diesel-Motors EA 189 illegal manipuliert worden: Fahrzeuge mit dem EA 288-Motor halten die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien nur während offizieller Zulassungstests ein. Im Normalbetrieb stoßen die PKW hingegen ein Vielfaches der zulässigen Schadstoffgrenzwerte aus.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ließ Fahrzeuge mit EA 288-Motor bislang nicht offiziell wegen des Abgasskandals zurückrufen. Zuletzt veröffentlichte Dieselskandal-Akten zeigen allerdings auf, dass die Behörde die Manipulation nie richtig kontrollierte. Da interne VW-Dokumente und unabhängige Abgastests den EA 288-Dieselskandal eindeutig belegen, wird eine Rückrufaktion früher oder später unumgänglich sein.

Audi entwickelte manipulierte Motoren für VW und Porsche

Der EA 288-Motor ist allerdings nicht der einzige manipulierte Motor, der nach 2015 noch verbaut wurde. Auch die von Audi entwickelten 3.0- und 4.2-Liter-Motoren der Bezeichnungen EA 896, EA 897 und EA 898 enthalten illegale Abschalteinrichtungen.

Die Steuerungssoftware dieser Motoren erkennt anhand sogenannter Aktivierungsparameter, wenn sich das Fahrzeug im Testbetrieb befinden. Variablen wie die Motordrehzahl, der Umgebungsluftdruck sowie die Umgebungs-, Motoren- und Motoröltemperatur sind hierfür ausschlaggebend. Sobald die manipulierten Fahrzeuge einen Zulassungstest erkennen, schalten sie in einen umweltfreundlichen Modus. Im normalen Straßenbetrieb erfüllen sie die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien jedoch nicht.

Die Motoren wurden in den Audi-Modellvarianten A4, A5, A6, A7, A8, S6, S7, Q5, Q7 und SQ5 verbaut. Darüber hinaus befinden sich die Motoren auch in den Porsche-Modellen Cayenne, Macan und Panamera sowie den VW-Fahrzeugen Amarok, Phaeton und Touareg. Die meisten dieser Fahrzeuge wurden wegen des Dieselskandals zurückgerufen.

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal

Die manipulierten PKW haben durch den Skandal massiv an Wert verloren. Unter anderem deshalb können vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten.

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