19.
Mrz 2021

Audi: Die aktuelle Lage im Abgasskandal

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat kürzlich entschieden, dass Audi im Abgasskandal nicht für manipulierte Motoren haften muss, die von der Konzernmutter VW entwickelt wurden. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Kapitel Abgasskandal für Audi beendet wurde. Tatsächlich hat die VW-Tochter nämlich selbst manipulierte Motoren entwickelt, die für eine fehlerhafte Abgasreinigung in Hunderttausenden Audi-, Porsche- und VW-Fahrzeugen sorgen. Die Halter dieser Automobile haben weiterhin beste Aussichten auf Schadensersatz.

 

Das aktuelle BGH-Urteil Monat bezog sich nämlich lediglich auf Audi-Fahrzeuge mit dem Motor EA 189. Dieser wurde von VW entwickelt und in weltweit mehr als elf Millionen Fahrzeugen von Audi, Seat, Skoda, Porsche und Volkswagen verbaut. 2015 wurde öffentlich bekannt, dass der Motor manipuliert wurde. Die Fahrzeuge hielten die Umweltrichtlinien nur während der offiziellen Zulassungstests ein und belasteten die Umwelt im Normalbetrieb unerlaubt stark. Da die manipulierten Fahrzeuge durch den Skandal massiv an Wert verloren haben, konnten betroffene Halter Schadensersatzansprüche gegenüber VW durchsetzen.

 

Audi entwickelte manipulierte Motoren für den gesamten VW-Konzern

Seit längerem ist allerdings klar, dass auch die Entwickler von Audi Motoren entwickelt haben, die illegal manipuliert wurden. Aktuell muss sich der ehemalige Audi-Chef, Rupert Stadler, gemeinsam mit mehreren Ex-Audi-Mitarbeitern wegen des Abgasskandals vor Gericht verantworten. Den Angeklagten drohen langjährige Haftstrafen.

Konkret haben die Audi-Entwickler manipulierte 3- und 4,2-Liter-Motoren entwickelt. Die Motoren mit den Bezeichnungen EA 896, EA 897 und EA 898 wurden in zahlreichen Fahrzeugen von Audi, Porsche und VW verbaut. Dies betrifft die Audi-Modelle A4, A5, A6, A7, A8, Q5, Q7 und SQ5 sowie die Porsche-Modelle Cayenne, Macan und Panamera und die VW-Baureihen Amarok, Phaeton und Touareg. Die betroffenen Fahrzeuge wurden seit dem Jahr 2009 gebaut.

Die Fahrzeuge können Testsituationen erkennen und schalten in diesem Fall auf einen umweltfreundlichen Modus. Im normalen Straßenbetrieb stoßen die PKW jedoch ein Vielfaches der zulässigen Schadstoff-Mengen aus. Dieses Verhalten ist illegal und diente lediglich dazu, die vorgeschriebenen Umweltmaßnahmen einzuhalten, ohne viel in die Entwicklung sauberer Motoren zu investieren. Innerhalb des VW-Konzerns wurde also mit dem Ziel der Gewinnmaximierung in Kauf genommen, die Umwelt zu schädigen und die eigenen Kunden zu täuschen.

Diese Rechte haben die Halter von Fahrzeugen mit manipulierten Audi-Motoren

Wer ein manipuliertes Fahrzeug mit einem Motor des Typs EA 896, EA 897 oder EA 898 besitzt, hat Anspruch auf Schadensersatz. Die Fahrzeuge haben aufgrund des Skandals enorm an Wert verloren und sind teilweise von Fahrverboten in deutschen Städten betroffen. Zudem könnten sie jederzeit die Straßenzulassung verlieren.

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. In dem Fall setzt sich die jeweilige Entschädigungssumme aus dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeuges abzüglich einer Nutzungsentschädigung zusammen. Letztere ist abhängig von der individuellen Laufleistung des jeweiligen Fahrzeuges. Darüber hinaus erhalten die betroffenen Kläger Verzugszinsen, die die Entschädigungssumme erhöhen.

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. Auf diesem Weg lassen sich etwa 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises in Form einer finanziellen Entschädigung durchsetzen.

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