04.
Apr 2022

Lohnt sich der Verkauf eines illegal manipulierten Autos?

Deutschlandweit sind mehr als vier Millionen Diesel-Fahrzeuge von Herstellern wie VW, Audi, Porsche, Mercedes-Benz, Fiat und Opel vom Abgasskandal betroffen. Obwohl die Halter von manipulierten Fahrzeugen Anspruch auf Schadensersatz haben, haben viele betroffene Verbraucher ihre bestehenden Rechtsansprüche noch immer nicht durchgesetzt und ihre Autos teilweise sogar verkauft. Doch lohnt sich der Verkauf eines illegal manipulierten Autos überhaupt?

Abgasskandal hat zu hohen Wertverlusten geführt

Tatsächlich haben die vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge wegen der Manipulationen stark an Wert verloren. Im Vergleich zu nicht manipulierten Autos bringen sie daher deutlich weniger Geld ein. Das liegt nicht zuletzt daran, dass durchgeführte Software-Updates, die für einen weiteren Betrieb der manipulierten Fahrzeuge unerlässlich sind, auch zu unvorhersehbaren Folgeschäden führen können.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt bringen manipulierte Fahrzeuge im Schnitt etwa 20 Prozent weniger ein als nicht manipulierte Autos mit vergleichbaren Werten. Im Normalfall ist es deshalb lukrativer, Schadensersatzansprüche für manipulierte Autos durchzusetzen, anstatt diese zu verkaufen.

Echte Beispiele: So profitieren PKW-Halter von der Durchsetzung von Schadensersatz

Goldenstein Rechtsanwälte unterstützt bereits mehr als 28.500 Mandanten bei der Durchsetzung ihrer Rechtsansprüche im Zusammenhang mit dem Abgasskandal. Regelmäßig erwirkt die Kanzlei für die eigenen Mandanten Entschädigungszahlungen, die deutlich über dem aktuellen Gebrauchtwagenmarktwert des jeweiligen Fahrzeugs liegen.

So erhielt eine VW Polo-Besitzerin zuletzt beispielsweise rund 13.500 Euro für die Rückgabe ihres manipulierten Kleinwagens, der auf dem Gebrauchtwagenmarkt gerade einmal rund 8500 Euro einbringen würde. Für einen zehn Jahre alten VW Tiguan setzte die Kanzlei aktuell sogar eine Entschädigungszahlung durch, die mit 30.000 Euro knapp doppelt so hoch ausfiel wie der Gebrauchtwagenmarktwert des Fahrzeugs. Ein Mandant mit einem Porsche Macan erhielt zudem etwa 10.000 Euro mehr, als das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Urteils wert war.

Schadensersatzansprüche im Abgasskandal auch ohne Fahrzeug-Rückgabe möglich

Insgesamt zeigt sich also, dass sich die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen im Vergleich zu einem Verkauf lohnt. Das ist selbst in der aktuellen Lage, in der die Gebrauchtwagenpreise aufgrund einer schlechten Verfügbarkeit von Neuwagen und den damit verbundenen langen Wartezeiten stark anziehen, der Fall.

Generell ist die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen aber nicht nur eine lukrative Alternative zu einem Fahrzeugverkauf. So ist es beispielsweise durchaus möglich, das eigene Auto auch zu behalten und dennoch eine Entschädigung durchzusetzen. In diesem Fall lassen sich etwa 20 bis 25 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises als Entschädigung durchsetzen. Dadurch soll der Wertverlust, der im Vergleich zu nicht manipulierten Fahrzeugen entstanden ist, kompensiert werden.

Abgasskandal-Klagen sind in vielen Fällen ohne finanzielles Risiko möglich. So übernehmen Rechtsschutzversicherungen beispielsweise sämtliche Verfahrenskosten ihrer Kunden, während diese lediglich die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung übernehmen müssen. Wer nicht rechtsschutzversichert ist, kann in der Regel auf die Dienste eines Prozesskostenfinanzierers zugreifen. Dieser übernimmt die vollen Verfahrenskosten und bezieht lediglich im Erfolgsfall einer Klage eine vorab definierte Provision.

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